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Übungswaffen

Testbericht Langes Messer JiNo Serie B Prototyp

Testbericht Langes Messer JiNo Serie B Prototyp

◄ Das Fechtmesser Prototyps B von JiNo ist im Unterschied zur Serie A mit einer durchgehenden breiten Hohlkehle ausgestaltet. Ausgearbeitet wurde der Prototyp für die Serie in Zusammenarbeit von Markus Weiler mit Stahl auf Stahl.

• Das Ziel war es, ein fechttaugliches langes Messer für das Fechten nach Lecküchner anzufertigen. Die Wahl fiel auf den tschechischen Schmied JiNo (Jiri Nowak), wegen der bekannten hervorragende Qualität von dessen Fechtwaffen. Außerdem ist dieser Schmied beständig bemüht seine Produkte durch Prototypen in Zusammenarbeit mit Fechtschulen und Vereine zu verbessern.

Der Prototyp B des Langen Messers von JiNo

• Die Anforderungen für die Serie B waren die gleichen, wie bei der ersten Serie. Hier wurde jedoch der Versuch unternommen, das Gewicht des langen Messers durch eine beidseitige große Hohlkehle zu reduzieren. Das Messer entfernt sich damit zwar von der Ausführung der erhaltenen Originale, gewinnt aber für den Übungsbetrieb an Wert, da durch die Hohlkehle eine breitere Schlagkante bei gleich bleibendem Gesamtgewicht ermöglicht wird. Die Schlagkante ist beim Prototyp mit durchgehend 2mm zwar im Vergleich zur Serie A breiter, wünschenswert wäre jedoch eine Breite von 3 bis 4mm für Kampfübungen.

Einschätzung

◄ Die Klinge ist gerade und wirkt aufgrund der durchgehenden Breite von 3,5 cm sehr massiv. Eine Rückenschneide fehlt beim Prototyp der Serie B noch, wurde aber für die nächste Version in 150mm Länge angefordert, was das Gewicht mindern sollte. Das Kreuz mit Wehrmuschel ist aufwendig ausgeführt worden (geschraubtes Kreuz und gravierte Wehrmuschel) und in gewohnter hervorragender Qualität montiert. Über die vier Strahlen an den beiden Enden der geschraubten Kreuzstangen kann man streiten, doch sind diese bei weitem nicht so gefährlich, wie sie auf den ersten Blick aussehen.

Sieht einfach gut aus: Die Wehrmuschel

• Das Messer ist im Hau sehr führig und exakt ausbalanciert. Durch die breite Hiebklinge lässt sich damit ein massiver Impuls aufbauen, was jedoch etwas zu Lasten der Schnelligkeit geht. Messer der Serie A fechten sich eindeutig wendiger, während die Durchschlagskraft des vorliegenden Prototypen eher zum Durchdringen als zum Umgehen einlädt. Durch den veränderten Querschnitt der Klinge schwingt die Serie B stärker und wirkt nicht so steif und hart im Stich wie Messer der Serie A.

Datenblatt

◄ Es folgt meine Zusammenstellung der wichtigsten Maße. Eine gewisse Fehlertoleranz bitte ich nachzusehen:

• Langes Messer Prototyp Serie B, Wehrmuschel auf der rechten Seite. Es besitzt zwei breite Hohlkehlen, 600mm an beiden Flächen lang, 30mm hinter dem Kreuz beginnend, 5mm von der Rückenkante liegend.

• Gewicht: 1230g
• Gesamtlänge: 875 mm (nach 10mm Beschnitt am Ort)

Gehilz

• Gehilzlänge: 230mm
• Kreuzstärke: 10mm/ 10mm (geschraubt)
• Kreuzlänge: 180mm
• Wehrmuschel: 60mm lang (nach rechts)
• Grifflänge: 220mm
• Griffbreite: 23mm
• Griffdicke: 21mm (in der Griffmitte)
• Griffbelegung: Olivenholz, geölt, mit 3 durchgehenden Nieten montiert
• Angel: 5mm (Durchgängig bis zum Knaufansatz)
• Messerknauf: 20mm Dicke, massiv

Klinge

• Klingenlänge: 650mm (nach 10mm Beschnitt am Ort)
• Breite Klinge am Kreuz: 35mm
• Klingenrückenstärke am Kreuz: 5mm
• Schlagkante am Kreuz: 2mm
• Breite Klinge am Ort: 35mm (20mm)
• Klingenstärke am Ort: 3mm
• Schlagkante und Klingenrückenstärke am Ort: 2mm/5mm (Rücken)

Schwer- und Kippunkte

• Schwerpunkt: 60mm vor dem Kreuz
• Stärkeseitiger Kippunkt: 180mm vor dem Kreuz
• Schwächeseitiger Kippunkt: Im Ort (Perfekt)
• Schwächeseitiger schwingungsfreier Knoten: 250mm vom dem Ort

Preis

• Preis: um die 270,- Euro (ich hoffe, das die Serienproduktion im Preis etwas nachläßt)

►► Frankfurt am Main, 2010, Eric Burkart (Stahl auf Stahl)

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