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Testbericht JiNo XVIIIb langes Schwert 1467

Testbericht JiNo Oakeshott XVIIIb langes Schwert 1467

◄ Hier die Vorstellung des neuen XVIIIb langen Schwerts von JiNo. Ausgearbeitet wurde diese Serie in Zusammenarbeit von Volker Kunkel mit Stahl auf Stahl Ende 2010. Das Ziel war es ein fechttaugliches langes Schwert für das Fechten nach Talhoffer 1467 „München“, bei dem vier verschiedene Varianten des Typ XVIII Schwertes dargestellt sind (sehr langes Schwert, langes Schwert, Reitschwert für Harnischfechten und Einhandschwert). Wir wollten die wirkliche lange Version des XVIIIb. Die Wahl fiel auf den tschechischen Schmied JiNo (Jiri Nowak), wegen der bekannten hohen Qualität von dessen Erzeugnissen.

GiNo langes Schwert Typ XVIIIb 1467

• Das Schwert sollte schon beim Entwurf nicht für Kampfübungen konzipiert sein, es ist also nicht „markttauglich“. Es handelt sich um ein reines Fechtschwert. Dies bitte ich immer in Erinnerung zu halten. Das Schwert ist für das Reenactmentfechten und Marktauftritte vollkommen untauglich.

• Dies ist nun der Serientyp. Leider unterliegt die Serie extremen Schwankungen, was die Qualität angeht. Ich habe vier Schwerter der Serie getestet und nur eines (das hier vorgestellte Fechtschwert) entsprach meinen Vorgaben. Die anderen drei Schwerter der Serie kann ich nicht empfehlen, da bei ihnen der Angelbruch nur eine Frage der Zeit ist, oder aber das Blatt unkontrollierbar schwang.

Lange Schwerter Typ XVIIIb im "München" 1467

Einschätzung

◄ Die Haltbarkeit des Blatts beim Fechten entspricht denen der bekannten JiNo Schwerter. Die etwas vollkantigen Schlagkanten muß man abrunden, um der stumpfen Schneide möglichst wenig Angriffspunkte für den Verschleiß zu geben. Den Ort muß man, wie leider fast immer, beschneiden. Aber das ist ja mittlerweile das Standardverfahren, weil es immer noch Käufer gibt, die sich ein solches Fechtschwert an die Wand hängen wollen. Die Gefechtsübungen hinterlassen natürlich ihre Spuren, diese können jedoch mit dem Wetzstein wenn nicht gar entfernt, jedoch zumindest bereinigt werden können.

• Das lange Schwert ist in den Fechtübungen extrem schnell, was dem geringen Gewicht zugerechnet werden mag. Mit nur ca. 2kg läßt es sich fast genauso führen wie der kürzeren langen Schwerter von GiNo. Obwohl nur ca. 20cm länger als die kürzeren langen Schwerter, wirkt sich die größere Reichweite auffallend aus. Andererseits verzeiht das längere Blatt keine Fehler, so dass der Fechter dieses Schwert mit der entsprechenden Präzision zu führen hat. Das lange Gehilz verleiht dem Schwert einen ziemlichen Hebel, im Gegenzug ist der Hebel der längeren Klinge jedoch ein Nachteil, falls der Gegner es schafft, die eigene Reichweite zu unterlaufen.
Die Länge der Klinge und des Gehilzes machen die Kenntniss der schwingungsfreien Knoten bedeutungsvoller als bei den kürzeren langen Schwertern. Die Schwingungen sind vergleichsweise enorm und das Schwert an einem anderen Punkt zu greifen bedeutet schnelle Ermüdungen der Hand und des Handgelenkes durch die Kompensation der Schwingungen.

Die Länge macht's doch!

• Die Blatt ist durch seine Oakeshott Typ XVIII Geometrie recht biegesteif, was bei der Länge schon etwas erstaunt. Das macht das Schwert erstklassig im Gefühl und läßt es dem historischen Original des 1467 „München“ wahrscheinlich sehr nahe kommen. Das Schwert ist für Anfänger nur eingeschränkt nützlich und sollte erst nach einer soliden Handarbeit verwendet werden. Die Gefahr sich selber in den Fuß zu hauen ist gegeben. Beim Stechen und Winden spielt das lange Schwert seine wahren Stärken aus, hier ist es den kürzeren langen Schwertern ganz klar überlegen. Hans Talhoffers Motto „Bedenk Dich recht“ kann für dieses Schwert uneingeschränkt übernommen werden.

Datenblatt

◄ Es folgt meine Zusammenstellung der wichtigsten Maße. Eine gewisse Fehlertoleranz bitte ich nachzusehen:

• Oakeshott Typ: XVIIIb, ein rautenförmiger Klingenquerschnitt mit leichter Blattform über den Verlauf der Schneiden, ohne Hohlkehle.

• Masse: ca. 2100g
• Gesamtlänge: 1487mm (vor dem Abschneiden des Ortes)

Gehilz

• Gehilzlänge: ca. 377mm
• Kreuzstärke: 10mm auf 14mm zu den Kreuzenden auslaufend (vierkantig, rhombisch)
• Kreuzlänge: ca. 282mm
• Grifflänge: ca. 265mm
• Griffbreite: ca. 33mm am Kreuz, ca. 28mm am Knauf
• Griffdicke: ca. 20mm durchgehend von Kreuz bis Knauf
• Griffwicklung: Das typische JiNo 13mm Griffleder in Streifenform, Farbe: braun
• Birnenknauf: größter Durchmesser 55mm, genietet

Klinge

• Klingenlänge: 1100mm (vor dem Abschneiden des Ortes) / 1092mm (nach Beschnitt am Ort)
• Breite Klinge am Kreuz: 42mm
• Klingenstärke am Kreuz: 6mm
• Schlagkante am Kreuz: ca. 2mm
• Breite Klinge am Ort: ca. 10mm (nach Beschnitt am Ort)
• Klingenstärke am Ort: ca.3mm
• Schlagkante am Ort: 2mm

Schwer- und Kippunkte

• Schwerpunkt: ca. 50mm vor dem Kreuz in der Stärke
• Stärkeseitiger Kippunpt/ Kontrollpunkt: ca. 310mm vor dem Kreuz in der Stärke
• Schwächeseitiger Kippunkt: Im Ort (Perfekt)
• Schwächeseitiger schwingungsfreier Knoten: ca. 430mm vor dem Ort in der Schwäche
• Gehilzseitiger schwingungsfreier Knoten: ca. 90mm hinter dem Kreuz

Preis

• Preis: um die 360,- Euro

►► Frankfurt am Main, 2012, Daniel Mohr und Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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