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Wettfechten

◄ Das Wettfechten hat sich wahrscheinlich geschichtlich gleichlaufend zum Fechten im Schimpfe und im Ernste entwickelt und ist damit durchaus ein Teil des Historischen Fechtens. Beim Wettfechten findet ein Wettkampf statt, es werden also Wetten auf den Ausgangs des Gefechts abgeschlossen. Beim Fechten zu Schimpf wird nicht gewettet, doch der Einsatz des Fechten zu Schimpf scheint eine gewisse Entehrung gewesen zu sein, Püffe und blaue Flecken eingeschlossen. Dem gegenüber steht das Fechten im Ernste, welches auf die Todesfolge abzielte. Eine vierte Abtrennung war das Schulfechten. Im Schulfechten finden wir ein Gemisch aus Lehrbetrieb, Schaustellerei, Wettfechten und Fechten im Schimpf. Das Schulfechten hat mindestens sich bis in das 16. Jahrhundert erhalten und war für seine Ausrichter auf das Geldverdienen ausgerichtet. Man könnte anführen, daß fast alle heutigen Kampfkünste und alle Kampfsportarten dem Schulfechten zugehörig sind. Das Fechten im Schimpf ist bis heute lebendig geblieben, was in den Schlagenden Verbindungen und allen nicht tödlichen, nichtöffentlichen Zweikämpfen im Kampfkunstbereich zu beobachten ist.

• Im Fechten können wir also eine Entwicklung betrachten, welche schon im GNM 3227a die Stücke dem Ernste oder dem Schulfechten zuwies. Im Ringen wird es noch deutlicher: Dort gibt es in späteren Quellen die verbotenen Ringen, welche am besten gar nicht den Schulfechtern bekannt werden sollen und nur für das Fechten im Ernste beschrieben waren. Dies sollte wohl ihrem überraschenden und wirkungsvollen Einsatz im Gefecht dienen. Ähnliche Vorgehensweisen kennt man aus den Kampfkünsten heutiger Zeit. Das Fechten im Schimpf wird aber empfohlen (GNM 3227a, Blatt 15r: „Vnd ube dich doryñe deste mer yn schimpfe / zo gedenkestu ir deste bas in er~ste / wen ubu~ge ist besser weñe kunst / de~ne übu~ge tag w tawg wol ane ku~st aber ku~st tawg nicht wol ane übunge“). Dies ist für uns Historische Fechter ein Fingerzeig.

• Das Wettfechten und jenes Fechten zu Schimpf ist darauf ausgelegt keine ernsthaften Verletzungen zu Folge zu haben, außer die Schmach der Niederlage. Dadurch wird das Wettfechten zu einem lustigen Zeitvertreib, welches auch Nichtfechtern beim Zuschauen einen großen Unterhaltungswert liefern kann. Das Fechten zu Schimpf ist als „Freikampf“ weiter verbreitet, als man es sich vorstellen mag. Leider wird der „Freikampf“, welches ich lieber Freifechten nenne, keineswegs als nicht-kooperatives Üben begriffen, sondern als Vergleich. Dies halte ich für einen schweren Fehler. Einen Vergleich vermag ein Üben, einerlei ob kooperativ oder nicht-kooperativ, nicht zu leisten. Für einen Vergleich taugt nur das Fechten im Ernste. Hier kommt wieder das Wettfechten ins Spiel: Das Wettfechten ist ein Vergleich nach Regeln. Meiner Meinung nach wird das Historische Fechten früher oder später eine allgemein anerkannte Form des Wettkampfs auftun. Besser wir Historischen Fechter kümmern uns also selber darum, als das Heft aus der Hand genommen zu bekommen.

• Eines muß jedem Historischen Fechter aber klar sein: Bei einem Wettfechten gewinnt nicht der beste Historische Fechter, sondern der beste Wettfechter. Denn das Fechten im Ernste hat keine Regeln. Das Wettfechten hat immer Regeln. Dies ist ein bedeutsamer Unterschied. Deswegen treten gewöhnlicher Weise Meister und fortgeschrittene Übungsleiter nicht beim Wettfechten an. Meister kennen sich selbst und ihre Fähigkeiten. Deren Schüler sind es zumeist, welche es zum Wettfechten zieht, um sich zu erproben. Und was ist an einigen zünftigen Wettkämpfen auszusetzen, wenn niemandem etwas schlimmeres geschieht, als daß das eigene Ich leidet? Manchmal ist ein wenig Schimpf genau das Richtige, um einen Kopf gerade zu rücken. Gerade den Schüler drängt es ja stets seine Grenzen kennen zu lernen. Dazu mag ein Wettfechten beitragen.

• Jeder Wettkampf lebt von seinen Regeln und noch mehr von dem Geiste dieser Regeln. Wenn man sich das Regelwerk des Klassischen Fechtens zu Gemüte führt und dieses mit den Regeln des heutigen Sportfechtens vergleicht, so öffnet sich eine große Schere. Im Klassischen Fechten wird die Vermeidung getroffen zu werden höher bewertet als das Treffen des Gegners. Im heutigen Sportfechten ist dieser Verhalt nicht gegeben, es zählen einfach mehr Treffer. Wer wie ein heutiger Sportfechter zur Klinge greift, der wird mit Sicherheit keinen Ernstkampf überleben, einerlei wie gut er sein Gegenüber anficht. Der Klassische Fechter dagegen befindet sich weitaus näher an der Anwendung als der heutige Sportfechter.

• Der Ansatz des heutigen Sportfechtens (reines Punktezählen) läßt sich in meinen Augen also nicht mit dem Historischen Fechten vereinen. Aber auch das Klassische Fechten kann den Historischen Fechter nicht zufrieden stellen, denn Bereiche wie das Ringen mit Waffe sind gänzlich ausgeblendet. Welchen Wettkampfansatz kann man als Historischer Fechter also nun verfolgen? Ich möchte an dieser Stelle meine Gedanken dazu vorstellen.

• Alle nachfolgenden Betrachtungen sind meines Geistes Kind und als solche in keiner Weise für andere Gruppen und Schulen des Historischen Fechtens maßgebend. Ich möchte damit vielmehr einen breiten Austausch zum Wettfechten im Historischen Fechten anregen.

Rüstschau

◄ Ein Wettfechten beginnt immer mit einer Rüstschau, bei welcher die Teilnehmer belegen, daß sie über die nötigen Vorraussetzungen verfügen, um ein Wettfechten so gefahrlos wie möglich durchzuführen. Diese Rüstschau sollte von den Schiedsrichtern, welche später die Gefechte bewerten, durchgeführt werden.

• Vor einem Wettfechten müssen alle Wettfechter nachweisen, daß sie über die benötigte Ausrüstung an Waffen und Schutzkleidung verfügen. Eine volle Schutzausrüstung besteht aus einem ledernen Gambeson oder einer Fechtmeisterjacke, einer Fechtmaske (am besten FIE 1600N), gepolsterten Schutzhandschuhen und zusätzlichen Schutzpolstern am Kopfe und an den Außenseiten der Arme. Ein Tiefschutz und ein zusätzlicher Halsschutz sind ebenfalls zwingend nötig.

• Alle Wettfechter müssen volljährig sein. Alle Wettfechter müssen eine Haftungsausschlußerklärung unterschreiben (am besten gleich mit der Anmeldung).

• Es gibt keine Gewichtsklassen oder Unterscheidung von Geschlechtern. Alle Wettfechter müssen körperlich in der Lage sein ihre jeweiligen Waffen zu führen. Krankheit und Drogengebrauch führen immer zum Ausschluß vom Wettfechten.

• Alle Wettfechter müssen über ein ausreichendes Wissen über das Historische Fechten verfügen. Sie müssen nicht die Quellen auswendig kennen, aber die Grundbegriffe müssen ihnen geläufig sein, oder sie werden zum Wettfechten nicht zugelassen.

• Wettfechten können im Ringen oder mit Waffen angesagt werden. Bei Waffen kann mit gleichen oder mit ungleichen Waffen gefochten werden. Das Wettfechten mit ungleichen Waffen ist aber weitaus schwieriger durchzuführen. Man sollte sich als Veranstalter erst nach einiger Erfahrung mit Wettkämpfen unter gleichen Waffen an Wettkämpfe mit ungleichen Waffen wagen.

• Ringen: Das Ringen kann ohne Schutzausrüstung durchgeführt werden. Dennoch mögen ein Tiefschutz, ein Halsschutz und ein Mundschutz anstellig sein. Wird bei ungleichen Waffen das Ringen gegen das Fechten mit einer Waffe gestellt, so muß der Ringer Schutzkleidung tragen.

• Langes Schwert: Das Fechten mit dem langen Schwerte setzt Schutzkleidung und Waffe voraus. Als Waffe können je nach Wettfechten das Holzschwert, der Stahlstreifen (die sogenannte „Fechtfeder“) oder ein stumpfes Stahlschwert Verwendung finden. Dies muß der Veranstalter festlegen.

• Buckler und Schwert: Das Fechten mit Buckler und Schwert setzt Schutzkleidung und Waffen voraus. Als Waffen können je nach Wettfechten Holzschwert oder stumpfes Stahlschwert dienen. Dies muß der Veranstalter festlegen. Selbstverständlich muß auch ein Buckler vorhanden sein. Der Schildbuckel darf nicht spitz zulaufen (wie der sächsische Schildbuckel) oder spitze Schildteile aufweisen (wie der Fledermausbuckler). Buckler mit rundem Schildrand und halbkugelförmigen Schildbuckel sind ausnahmslos zu verwenden.

• Es gibt zwei Arten von Wettkämpfen, aus denen die Veranstalter wählen können: Das offene Wettfechten und das Ausschlußfechten.

Das offene Wettfechten

◄ Beim offenen Wettfechten ist die Anzahl der Wettfechter nicht wichtig. Jeder Wettfechter muß gegen jeden anderen Wettfechter einmal antreten. Also gibt es so viele Wettkämpfe, wie Wettfechter hoch zwei vorhanden sind. Es darf nicht zweimal gegen denselben Gegner gefochten werden. Das offene Wettfechten ist für eine kleine Anzahl Wettfechter geeignet.

• Durch die Wettgefechte wird nach jedem Wettkampf ein Punktestand erarbeitet, der die Plätze der Wettfechter festlegt.

• Bei Gleichstand um den ersten und zweiten Platz können Entscheidungskämpfe angesagt werden, welche auch gegen Gegner, gegen die man bereits wettfocht, anstehen dürfen.

• Man kann auch eine Hin- und eine Rückrunde ansetzen, so daß jeder Wettfechter zweimal gegen jeden Gegner ficht. Das kann den Wettkampf spannender machen.

• Beim offenen Wettfechten entscheidet also der gesammelte Punktestand der Wettfechter über den Ausgang.

Das Ausschlußfechten

◄ Beim Ausschlußwettfechten wird eine gerade Anzahl von Wettfechter benötigt. Die Wettfechter werden durch das Los für das Wettfechten in zwei Gruppen eingeteilt, Gruppe Alpha und Gruppe Omega. Aus diesen beiden Gruppen werden nach einem weiteren Losentscheid die Paare gebildet, welche in der ersten Runde gegeneinander wettfechten. Das Ausschlußwettfechten ist für eine große Anzahl Wettfechter geeignet.

• Der Wettfechter mit der geringeren Punktwertung durch die Schiedsrichter scheidet nach jedem einzelnen Gefecht aus. Es ist sinnvoll die Teilung in die beiden Gruppen Alpha und Omega durch das Los nach jeder Runde auf das Neue durchzuführen.

• Es werden so viele Runden gefochten, wie nötig sind um zu einem Endgefecht zu kommen, welches den ersten und zweiten Platz festlegt.

• Beim Ausschlußwettfechten entscheidet also immer die Einzelwertung in einem Gefecht über das Fortkommen oder den Ausschluß des Wettfechters.

Die Länge eines Wettfechtens

◄ Jedes Gefecht sollte zwei Minuten dauern. Es gibt keine Verlängerung. Der Zeitgeber für ein Wettfechten kann einer der Schiedsrichter sein. Die Zeit wird nur angehalten, wenn einer der Wettkämpfer Teile seiner Schutzausrüstung verliert. In diesem Falle müssen sich die Wettkämpfer auf Zuruf der Schiedsrichter sofort trennen, damit die Schutzausrüstung gerichtet werden kann.

Die Schranken

◄ Ein Wettfechten sollte nicht auf eine zu geringe räumliche Ausdehnung beschränkt sein. Wenn in einer Halle wettgefochten wird, dann sollten gut 10 x 10 Meter als Schranken zur Verfügung stehen. Wenn ein Wettfechter aus eigener Kraft die Schranken verläßt, so muß dies bei der Bewertung (Maß halten) berücksichtigt werden. Drängt es die Wettfechter im Gewühle über die Abgrenzung, so müssen die Schiedsrichter einschreiten und die Wettfechter wieder in ihre Schranken weisen.

Sieg und Niederlage

◄ Drei Schiedsrichter sind je Gefecht mit zwei Wettfechtern nötig, welche jeder jeweils auf einem Gebiet über Sieg und Niederlage der beiden Wettfechter entscheiden. Es werden nicht einfach „Treffer“ gezählt. Unentschieden gibt es nicht. Schiedsrichter dürfen keine Wettfechter sein, Schiedsrichter sollen ihre Entscheidungen in Ruhe und Gelassenheit angehen.

• Somit kann ein Wettfechter in einem Gefecht 0 bis 3 Punkte erlangen. Es sind 4 verschiedene Ergebnisse in einem Wettfechten möglich (0:3 – 1:2 – 2:1 – 3:0). Die drei Gebiete, auf denen je ein Schiedsrichter ausschließlich urteilt sind:

1. Mit dem ganzen Leib fechten
2. Fünf Wörter
3. Maß halten.

1. Mit dem ganzen Leib fechten

◄ Wer mit seinem ganzen Leibe fechten kann muß sich wenig mühen, um starke Wirkungstreffer zu erzielen. Wer nicht zu weit schreitet, seinen Tritt und Sprung genau setzt, in der Waage bleibt, stets in Bewegung ist und seinen Hauen nicht nachgeht, der vermag den Gegner beständig zu treffen. Wer dies beachtet wird ohne Mühe zu einem guten Abzug kommen.

Fragestellung

◄ Kann der Wettfechter Haue, Stiche und Schnitte darbringen, die seinen Gegner verletzen würden? Kann er danach abziehen ohne getroffen zu werden? Kann der Wettfechter die gesamte Kraft seines Leibes zum tragen bringen, dabei in der Waage bleiben, nicht zu weit schreiten, Tritt und Sprung genau setzen und seinen Hauen nicht nachgehen?

2. Fünf Wörter

◄ Wer die Fünf Wörter kennt und anwenden kann, der ist immer in der Lage ein Gefecht zu seinen Gunsten zu beeinflussen und zumeist auch für sich zu entscheiden. Der Fluß, welcher sich durch den Gebrauch der Fünf Wörter ergibt, ist ohne Stocken und ohne Eile.

Fragestellung

◄ Kann der Wettfechter nach den Fünf Wörtern streiten? Oder schlägt er sich stets im „doppeltem Vor“ („Katapultfechten“, beide Wettkämpfer hauen sinnfrei aufeinander ein und werden beide getroffen)? Oder macht er im „doppelten Nach“ (beide Wettkämpfer stehen sinnlos herum) rein gar nichts und wartet nur ab?

• Kann ein Wettfechter im Vor bleiben und nach dem Vorschlag den Nachschlag tun? Kann ein Wettfechter mit seinem Nach das Vor des Gegners brechen? Kann ein Wettfechter Stärke und Schwäche nutzen, um seinen Gegner anzugreifen und dessen Angriffe zu vereiteln? Kann der Wettfechter im Indes den Gegner besiegen, den Gegner also in einem Ansatz, unter Erhaltung seiner eigenen Schubkraft, mit der Kraft seines Gegners schlagen?

3. Maß halten

◄ Wer sich selbst bezähmen kann, der beherrscht dadurch auch immer seinen Gegner. Wer Maß halten kann, der kann jede Schwäche des Gegners ausnutzen. Wer Maß halten kann, der greift ohne Mühe beständig die nächste Blöße seines Gegners an. Wer Maß halten kann, der vermag dem Gegner Blößen anzubieten, um diesen zu Verführen und dadurch den Gegner nach belieben zu schlagen. Wer Maß halten kann wird es auch nicht zulassen, daß er aus eigener Kraft die Schranken verläßt.

• Bei Treffern sollte auch Maß gehalten werden, denn wer getroffen wurde, der würde im Ernstkampf schwerwiegende Auswirkungen fürchten müssen. Das Beste, was ein Getroffener tun kann, ist leicht nach hinten zu weichen und nicht nachzuschlagen. Wenn der treffende Wettfechter abzieht, dann kann das Gefecht gleich weitergehen. Wurde man zu Boden gerungen sollte man auch Maß halten können und nicht nach mehrfachen Treffern einfach weiter zappeln und robben. Hier gilt es kurz inne zu halten, bis der treffende Wettfechter seinen Abzug machen konnte, um dann aufzustehen und weiterzukämpfen. Bei einer Entwaffnung sollte man sich ebenfalls so verhalten (und natürlich schnellstmöglich wieder seine Waffe aufnehmen).

Fragestellung

◄ Hält der Wettfechter Maß in seinen Gefechten? Kann der Wettfechter sich zügeln und ohne Nachzudenken das Naheste und Kürzeste angreifen? Übereilt der Wettfechter nichts, ist aber auch niemals zu langsam? Kann der Wettfechter inne halten, wenn er ernstlich getroffen wurde, oder schlägt er sinnfrei ständig weiter?

Schiedsrichter

◄ Schiedsrichter zu sein ist immer schwer, oft schwerer als wie ein Wettfechter zu streiten. Die meisten Wettkämpfe werden in ihrem Werte von den Leistungen der Schiedsrichter abhängen. Schiedsrichter entscheiden sozusagen über Wohl und Wehe, was niemals leicht ist. Und für jeden Schiedsrichter ist die Bewertung eines Wettkampfs genauso eine Probe, wie für den Wettfechter das Gefecht mit dem Gegner.

• Deshalb wird jeder Schiedsrichter auf ein einzelnes Gebiet des Fechtens begrenzt. Der Schiedsrichter sollte versuchen so klar und eindeutig, wie es ihm möglich ist, zu seiner Wertung zu kommen. Er muß sich bewußt sein, daß eine Wertung immer eine Gefühlsache, also niemals vorurteilslos ist. Aus dieser Erkenntnis muß er versuchen das Beste zu machen. Zumeist wird das Beste aber nicht erreicht werden, also wird jede Entscheidung des Schiedsrichters ein Kompromiß sein.

• Wichtig ist, daß jeweils ein Schiedsrichter sich auch wirklich nur um jeweils ein Gebiet kümmert. Der Schiedsrichter muß sich voll und ganz auf seinen jeweiligen Bereich konzentrieren. Natürlich benötigt er Erfahrung, um zu urteilen, und einen übergeordneten Standpunkt, um nicht engherzig und einseitig zu sein. Gerade bei sehr gleichwertigen Wettkämpfern kann eine Entscheidung bleischwer fallen. Hier mag es helfen zu wissen, daß im Ernstkampf selbst winzige Vorteile entscheiden können.

• Ein guter Schiedsrichter urteilt schnell und ohne Zweifel. Wer dies nach zwei Minuten Wettfechten nicht zustande bringt, der sollte nicht als Schiedsrichter auftreten. Es ist müßig darauf hinzuweisen, daß ein Schiedsrichter mit dem Gegenstand des Fechtens innig vertraut sein muß.

• Am besten zeigen die Schiedsrichter nach einem Wettfechten mit Handzeichen an (einem klaren Deuten mit der rechten Hand), wer das Wettfechten in ihrer Wertung in dem jeweiligen Teilgebiet gewonnen hat.

• Jeder Schiedsrichter sollte über eine hölzerne Stange verfügen, mit der er die Wettfechter nach Bedarf trennen kann oder einschreitet, wenn er Leib und Leben in Gefahr sieht. Gute Schiedsrichter werden sich ausschließlich um ihre jeweilige Wertung kümmern und nicht Wettfechtern, welche ihnen genehm sind, die Stange halten. Es ist müßig zu beleuchten, das Wettfechter, die über die Stränge (Stange) schlagen nicht Maß halten können.

►► Frankfurt am Main, 2009, Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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