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Das Schwert

Schwert und Schwertkult

Was ist das das Schwert

Abbildung der Schwerter Karl des Grossen und Sankt Mauritz

Schwerter Karl des Grossen und Sankt Mauritz (1487)Quelle: BSB urn:nbn:de:bvb:12-bsb00011304-1

◄ Wenige Waffen haben den gesellschaftlichen Stellenwert, welchen das Schwert in unserer heutigen Lebensart einnimmt. Das Schwert ist als Sinnbild von Macht und kriegerischer Stärke unübertroffen, obschon es seit gut hundert Jahren in Europa immer weniger als Waffe benutzt wurde. Beispielsweise war der Haudegen oder Säbel noch vor dem Zweiten Weltkrieg die Polizeioffizierwaffe in Deutschland.

• Das Schwert war im Laufe der Geschichte zumeist nicht die ursächliche Kriegswaffe. Dieser Platz gebührt der Stangenwaffe und dem Schild als Schutzwaffe. Dennoch hat das Schwert und nicht der Speer den ersten Platz unter den Trutzwaffen eingenommen. Wie keine andere Waffe verkörpert das Schwert persönliche Eigenschaften des Krieges, welche offenbar den drei zuvor genannten Waffen abgehen.

Das Schwert als Kultgegenstand

◄ Der Schwertkult ist nichts weiter als die sinnfreie Überhöhung der Waffe Schwert. Und klar, es gibt traumhaft meisterliche Klingen, wahre Wunderwerke der Schmiedekunst, und altehrwürdige
Musterklingen in den Museen und Sammlungen. Dennoch sind es allesamt nur Mordwerkzeuge. Der Schwertkult lebt von der scheinbar leichten Handhabe der Waffe Schwert, man kann damit viel gediegener herumfuchteln als mit einem Speer. Außerdem glänzt gut polierter Stahl. Doch auch mit bester Absicht geführt ist ein Schwert nichts weiter als ein Gegenstand, um andere Menschen damit zu töten. Der Schwertkult ist eng mit der Gewaltpornographie verwandt, es gilt sich daher vor ihm zu hüten. Der erste Schritt ist es Schwerter weder als Spielzeuge noch als Kultgegenstände zu betrachten, sondern als das, was sie sind: Schlichte Mordwerkzeuge.

Ritterschlag aus Eschenbachs Parzival, Quelle: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-22092

Ritterschlag aus Eschenbachs ParzivalQuelle: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-22092

• Der Schwertkult führt zu seltsamen Stilblüten im Fechten und selbstverständlich auch im Historischen Fechten. Manche Fechter möchten, auch heute noch, unter allen Umständen die Klinge und insbesondere die Schneide ihres Schwertes schützen. Das geht soweit, daß sie vom fechterischen Ablauf das Wohl der Klinge über ihr eigenes Leben stellen. Sicher ist ein Erhalt der Schnittfähigkeit einer Waffe in der Anwendung von Bedeutung, was Quellen wie das I33 belegen. Dennoch ist mir mein Leben wichtiger, als der Erhalt meiner Klinge. Für mich ist das Schwert ein Werkzeug, welches ich immer opfern würde, um meine körperliche Unversehrtheit sicherzustellen. Das Schwert ist eine Waffe, ein Arbeitsmittel, um damit zu töten. Letzlich könnte man auch mit einer angespitzen Eisenstange fechten.

• Die Kampfkunst bedarf der Waffe, aber sie besteht beileibe nicht aus der Waffe alleine, auch wenn die Versuchung groß ist es in der kindlichen Sichtweise andersherum anzunehmen, womit das Zauberschwert hervortritt. Wie Melchior Ruß von Luzern, Gesandter am Hofe König Louis XI. von Frankreich, im Jahre 1480 nach Hause sand: „Der französische König sei dabei, seine Streitkräfte umzugestalten und lasse sich dazu eine große Anzahl langer Spieße und Hellebarden nach deutscher Art anfertigen. Wenn er aber auch die Menschen fertigen könnte, welche sie handhabten, dann würde er niemandes Dienste weiter benötigen.“

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