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Das Schwert

Schwertkampf lernen

Was ist Schwertkampf?

◄ Schwertkampf ist ein Sammelbegriff für die Kampftechniken, die mit dem Schwerte in der Hand angewandt werden können. Viele Schwertkampftechniken verwenden neben dem Schwerte als Hauptwaffe noch weitere Offensiv- oder Defensivwaffen, wie etwa den Schild (Buckler) oder den Linkshanddolch. Schwertkampf ist ein Bestandteil des kulturellen Erbes fast aller Zivilisationen, die Metall bearbeiten konnten. Als Schwerter gelten Blankwaffen mit zwei Schneiden, im Gegensatz zum Messer mit einer Schneide. Es gibt aber auch Misch- und Übergangsformen an Blankwaffen, die eine Einordnung nicht immer einfach machen.

  • Schwertkampf lernen in Frankfurt am Main: Historisches Fechten RHEIN-MAIN
  • Schwertkampf: Arbeit im Band mit dem Langen Schwert

    Schwertkampf lernen ist heutzutage so etwas wie ein geflügeltes Wort, fast eine Modeerscheinung. Dabei ist es eigentlich ein Anachronismus, also ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Jedem Menschen ist heute klar, daß Schwertkampf lernen eine unzeitgemäße Betätigung ist. Niemand kämpft heute in Europa noch mit Blankwaffen, welche über die Länge eines Messers hinausgehen. Dennoch scheint Schwertkampf lernen eine Existenzberechtigung zu haben, denn auf viele Zeitgenossen übt Schwertkampf lernen eine starke Anziehungskraft aus.

    • Viele Leute, auf Märkten, in Vereinen oder bei rein privaten Treffen sagen, daß sie Schwertkampf lernen, wenn man sie fragt, was sie denn mit den ganzen Schaukampf- und Übungswaffen anstellen. Die nächste Frage ist dann immer die Frage, nach welchen Anleitungen denn Schwertkampf lernen vor sich gehen soll. Dann herrscht zumeist Schweigen. Die meisten Menschen haben beim Schwertkampf lernen entweder ritterlich-romantische Traumvorstellungen oder aber hängen dem Vorurteil an, daß unsere Vorfahren tumbe Barbaren waren, sie sich nur mittels roher Kraft und primitiven Metallgerät balgen konnten.

    • Die historischen Tatsachen (Funde, zeitgenössische Darstellungen, schriftliche Quellen zum Schwertkampf) lassen einen ganz anderen Schluß zu: Schwertkampf war eine hoch entwickelte Kunst, die keinen Vergleich mit asiatischen Kampfkünsten scheuen mußte. Wenn ich also von Schwertkampf lernen spreche, dann meine ich immer die historischen Kampfkünste der Vergangenheit.

    Schwertkampf erlernen mit Johann Wolfgang von Goethe

    ◄ Aus “Dichtung und Wahrheit” (1808-1831): „Nicht allein durch die kriegerischen Zustände, in denen wir uns seit einigen Jahren befanden, sondern auch durch das bürgerliche Leben selbst, durch Lesen von Geschichten und Romanen, war es uns nur allzu deutlich, daß es sehr viele Fälle gebe, in welchen die Gesetze schweigen und dem einzelnen nicht zu Hilfe kommen, der dann sehen mag, wie er sich aus der Sache zieht. Wir waren nun herangewachsen, und dem Schlendriane nach sollten wir auch neben andern Dingen Fechten und Reiten lernen, um uns gelegentlich unserer Haut zu wehren und zu Pferde kein schülerhaftes Ansehen zu haben. Was den ersten Punkt betrifft, so war uns eine solche Übung sehr angenehm: denn wir hatten uns schon längst Hau-Rapiere von Haselstöcken, mit Körben von Weiden sauber geflochten, um die Hand zu schützen, zu verschaffen gewußt. Nun durften wir uns wirklich stählerne Klingen zulegen, und das Gerassel, was wir damit machten, war sehr lebhaft.“

    • Aus Goethes liebevoller Schilderung seiner Jugendtage kann man eine recht moderne Einstellung zum Leben herauslesen, was einmal die Inspiration durch Romane, andererseits die gesellschaftlichen Umstände angeht, wenn es um das Thema Fechten geht. Heute haben die Menschen eher Fantasy-Romane und Hollywood-Filme im Kopf, aus Pferden wurden Autos, und die Sitten im Alltag werden leider eher rauher als zivilisierter. Der Grundgedanke, das Leben in all seinen Facetten meistern zu lernen, war wohl in Goethes Tagen der gleiche wie heute.

    Schwertkampf lernen und Historisches Fechten

    ◄ Schwertkampf lernen, bedeutet Historisches Fechten zu erlernen. Historisches Fechten ist ein Allgemeinbegriff für die überlieferten Kampfkünste vergangener Zeiten. Schwertkampf lernen bedeutet, sich einem anspruchsvollen und anstrengenden Training zu unterziehen. Verletzungen muß man nicht fürchten, denn Schwertkampf lernen, heißt sich im Waffenhandwerk auszubilden, nicht aber auf Leben und Tod zu kämpfen. Es mag blaue Flecken geben, doch sind wir heute, was Schutzkleidung und Übungsmaterial angehen, unseren Vorfahren einige Schritte voraus.

    Schwertkampf: Fechttauglicher Buckler mit Schwert

    • Schwertkampf lernen schult die Wahrnehmung auf einer tieferen Ebene. Wenn man Schwertkampf lernen möchte, dann muß man, mit Salvator Fabris (1606), lernen subtiler zu sein als sein Gegner. Die Grundvorraussetzung dafür ist, mit Fabris, die Einheit von Waffe, Körper und Stand. Ältere Quellen aus dem Deutschsprachigen Raume sprechen beim Schwertkampf lernen vor allem von den Fünf Wörtern. Diese Fünf Wörter sind ein Gattungsbegriff für den Grund und den Kern der Fechtkunst. Die Fünf Wörter werden in der Überlieferung von Johannes Liechtenauer besprochen, mit der ältesten bekannten Quelle um 1389. Die Fünf Wörter zu erlernen ist nicht einfach, doch ihre Feinheiten geben einem Fechter ein sehr hohes Maß von Kontrolle und Sicherheit über sich und den Gegner.

    Stahl auf Stahl

    ◄ Stahl auf Stahl ist eine Fechtschule. Eine Fechtschule ist eine Schule, in der man Schwertkampf lernen kann. In früheren Zeiten war der Betrieb einer Fechtschule etwas ganz alltägliches. Schwertkampf lernen war für jeden jungen Mann ein Pflichtfach, denn die Zeiten waren hart. Zweite Sieger gab es nicht. Heute müssen wir zum Glück nicht Schwertkampf lernen, um uns täglich zur Wehr setzen zu können. Dennoch ist es sicher besser, gewisse kämpferische Fähigkeiten zu entwickeln und zu schulen, körperlich, seelisch wie geistig, als ohne einen Sinn für die Kampfkunst durch das Leben zu gehen. Und es können heute selbstverständlich auch Frauen Schwertkampf lernen.

    ►► Frankfurt am Main, 2010, Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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