Aktuell im Forum

Unterrichtet werden

◄ Stahl auf Stahl ist eine Fechtschule, also letztlich eine Schule. Unser Schwerpunkt ist die Ausbildung von Historischen Fechtern. Wenn man plant in eine Schule zu gehen, ist es nicht verkehrt sich über den angebotenen Unterricht ein paar Gedanken zu machen. Wir als Fechtschule sehen es als seriöse Verpflichtung, unsere zukünftigen Schüler und Seminarbesucher über den bei uns angebotenen Unterricht vorab zu informieren. Somit können Sie fair vorab vergleichen.

• Stahl auf Stahl bietet verschiedene Arten von Unterricht an: Gruppen-, Kleingruppen- und Einzelunterricht. Der Kleingruppen und normale Gruppenunterricht unterscheidet sich hauptsächlich in der Größe der Gruppe und somit auch in der Dauer pro Unterrichtseinheit, die der Lehrer mit dem einzelnen Schüler direkt verbringen kann. Bei größeren Gruppen findet eine Teilung statt, so dass jedem Schüler der direkte Kontakt mit einem Lehrenden garantiert ist. Allerdings ist der Gruppenunterricht nicht nur vom Lehrer abhängig, vielmehr stellt der Übungspartner einen wesentlichen Anteil am Gruppenunterricht.

Historische Darstellung einer Fechtschule

• Unser Gruppenunterricht ist weniger auf den Einzelnen ausgerichtet, als vielmehr auf ein Paar Übender. Das Erleben des Unterrichts wird in der Kampfkunst immer mit einem Partner vermittelt werden, das Wort Kampfkunst kommt von Kämpfen können, und der Kampf ist nun mal agonistisch, das heißt er benötigt einen Partner.

• Eine Zentrierung auf den Lehrer wird es in der Kampfkunst nur so weit geben, als das der Lehrer den Unterrichtsstoff inhaltlich vorgibt, exemplarisch vorführt und anschließend korrigiert. Es ist durchaus möglich aus Büchern oder Videos alleine zu lernen.
Doch die Kampfkunst benötigt neben der reinen Abstraktion (Geistige Ebene) auch noch die Wahrnehmung (Seelische Ebene) und vor allem Kontrolle (Körperliche Ebene). Um es einfach auszudrücken:

Ich benötige in der Kampfkunst jemanden, der mir zeigt, wie es geht und jemanden, mit dem ich es üben kann.

Gruppenunterricht

◄ Gruppenunterricht bedeutet: Lernen in einer Gruppe, welche wiederum Teil einer Klasse ist. Das Seminar ist beispielsweise als Lehrveranstaltung eine Klasse. Der Gruppenunterricht gliedert sich in einzelne Schritte: den Übungsauftrag, die Verständnissicherung, die Gruppenarbeit, die Beendigung und die Auswertung. In der Kampfkunst wird der Gruppenunterricht oft benutzt, um Schüler ähnlichen Ausbildungsstands in Gruppenarbeit zu schulen, damit jeder Schüler auf seinem jetzigen Ausbildungsstand aufbauen kann. Es werden also Gruppen gebildet, welche verschiedene Übungsziele in Gruppenarbeit verfolgen.

• So ist es möglich in einem Seminar die unterschiedlichsten Übungsstände miteinander schulen zu können. Die einzige Bedingung lautet natürlich: es ist für jedes Übungsziel mindestens ein Paar Übender auf ungefähr dem gleichen Ausbildungsstand vorhanden.

• Die meiste Zeit wird bei Gruppenunterricht in der Gruppenarbeit verbracht. Um zu sichern, dass nicht das Falsche geübt wird, haben wir Stahl auf Stahl im Gruppenunterricht eine Sicherung eingebaut: die beständige Verständnissicherung durch Korrekturen. Wir pendeln bei den Schritten des Gruppenunterrichts immer zwischen Gruppenarbeit und Verständnissicherung. Nur wer den Sinn einer Übung erfassen kann vermag auch gezielt und damit erfolgreich zu üben.

Frontalunterricht in Okinawa im letzten Jahrhundert

Abkehr vom Frontalunterricht

• Der Frontalunterricht ist in der Kampfkunst und im Kampfsport die am weitesten verbreitete Forum des Gruppenunterrichts. Während vorne jemand vorführt, versuchen etliche Schüler die Bewegungen nachzuahmen. Ein echter Transport des Wissens findet in einer Nachahmung nur langsam statt, wenn überhaupt. Ein weiteres altbekannte Problem mit dem Frontalunterricht ist das lineare Abarbeiten des Unterrichtsstoffs, auch als „Erledigungsmaschine“ bekannt. Jeder von uns kennt diese Form des Unterrichts aus der Schule oder dem Kampfsport. Ein Eingehen auf die individuellen Ausbildungsstufen (Vorbildung) oder Lernerfolge findet kaum statt. Auch werden im Frontalunterricht gerne umfangreiche Gedankengänge vorgestellt, denen nicht jeder Schüler gleich schnell folgen kann.

• Wir halten es beim Gruppenunterricht wie folgt: So wenig Frontalunterricht wie nötigt, so viel Gruppenarbeit und beständige Verständnissicherung wie möglich. Ohne die Vorführung und die Vermittlung von Theorie vor der Gruppe wird ein Unterricht zeitlich nicht sinnvoll möglich sein. Aber unser Unterricht lebt in erster Linie von den beständigen Eingaben und Korrekturen durch unsere fachkundigen Übungsleiter in der Gruppenarbeit. Die Übendenden werden nicht allein gelassen, sondern ständig betreut. Wir geben uns sehr große Mühe so oft wie nötig zu korrigieren, damit jedem Übenden ein Maximum an Lernerfolg ermöglicht wird. Damit wird eine sehr persönliche Art des Unterrichts möglich, welche für Authentizität und hohe Qualität bürgt.

Einzelunterricht

◄ Der Einzelunterricht ist die direkte Unterweisung des Einzelnen. Der direkte Unterricht zeichnet sich durch seine präzisen Lernschritte aus: die Vorstellung und Vorführung von Inhalten, das folgende Üben dieser Inhalte unter Anleitung und dann, als letzten Schritt, das selbstständige Lernen von Inhalten.

Einzelunterricht im langen Schwert

• Der Einzelunterricht ist die beste Form des Unterrichts für die Vermittlung einer Kampfkunst. Die Kampfkunst war und ist eine Kunst, welche am bewährtesten geradewegs vom Lehrer an den Schüler weitergegeben wird. Im Einzelunterricht kann man am raschesten lernen und auch die schwierigsten Inhalte zügig umsetzen. Im Einzelunterricht wird der Lehrer zum Partner, was für Lehrer wie Schüler immer ein tiefes persönliches Erlebnis darstellt. Aber der Einzelunterricht erfordert auch einen größeren Aufwand an Zeit und Geld.

• Stahl auf Stahl ist bemüht, die Vorteile des Einzelunterrichts in den Gruppenunterricht einfließen zu lassen. Viele Übungen beim Fechten sollen ein Bewußtsein schaffen für den Kraftschluß mit der Waffe oder dem Gegner, den Kraftfluß durch den eigenen Körper und den Kraftstoß beim Abgeben der Energie. Für diese Übungen bietet sich die direkte Unterweisung durch den Lehrer an. Solche Übungsinhalte kann man, wenn man die Vorgabe verstanden hat, selbstständig üben und sich dann stetig verbessern. Zu diesem Zweck findet in jeder Unterrichtseinheit auch eine kurze Unterweisung des einzelnen Schülers durch den Lehrer statt. Dies ist keinesfalls gleichwertig mit einer Einheit Einzelunterricht, doch lässt sich so der Lernerfolg gezielt verbessern.

• Zusätzlich bietet Stahl auf Stahl jedem Schüler an, einzelne Stunden bei einem Lehrer zu nehmen und somit an den schwierigen Wegmarken des Lernens besondere Unterrichtung zu erhalten. Dies ist eine große Hilfe für den Übenden, wenn er das Gefühl hat, eine Hürde nicht nehmen zu können oder eine Art “Booster” für seinen Lernerfolg wünscht.

Partner, Gegner und Feind

◄ Der ganze Übungsansatz von Stahl auf Stahl kreist um das Erleben mit dem Partner. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, daß ein Partner kein Gegner und schon gar kein Feind ist. Wer üben will benötigt eine angstfreie Übungsumgebung. Dies ist in der Kampfkunst extrem wichtig. Ohne kooperatives Üben gibt es keinen Übungserfolg.

• Ein Partner ist mit mir durch eine Bindung verbunden, wortwörtlich. Eine Partnerschaft beschreibt immer eine Zweckgemeinschaft. Zuneigung ist hilfreich, aber in Gegensatz zu Respekt und Mitgefühl nicht zwingend notwendig. Ein Gegner ist ein Mensch, der mir im Kampfe entgegentritt. Gegnerschaft ist alltäglich, sie beschreibt den Konflikt auf einer sachlichen Ebene. Eine Feindschaft hingegen setzt immer eine gefühlsmäßige Ebene voraus. Feindschaft setzt das Denken außer Kraft und ist damit immer ein Risiko für die Kampfkunst.

Weitere Informationen zu dem Unterrichtskonzept und Methoden finden sich in den Artikeln:

Informationen zu unserer Unterrichtsphilosophie finden sich in den Artikeln:

►► Frankfurt am Main, 2010, Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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