Zusätzliche Lehren

◄ Über den Rahmen der grundlegenden Lehren vom Ringen, vom langen Schwerte und von Buckler und Schwert hinaus möchte ich bei Stahl auf Stahl noch weitere Lehren anbieten, welche auf den Grundlagen der ersten drei Lehren aufbauen. Diese zusätzlichen Lehren sprengen den Umfang dieser Webseite, dennoch möchte ich sie aber nicht unerwähnt lassen. Insgesamt möchte ich im Historische Fechten bei Stahl auf Stahl zehn Fechtlehren zur Verfügung stellen.

Das erste Trivium

◄ Ich nenne die drei grundlegenden Lehren, die Lehre vom Ringen, vom Langen Schwert und vom Buckler und Schwert das Erste Trivium. Das Wort Trivium ist Lateinisch und bedeutet „drei Wege“.

• Die Lehren des Ersten Triviums werden alle mit zwei Händen geführt.

• Die Lehren des Ersten Triviums sind die Grundlagen für das zweite Trivium und das Quadrivium.

Das zweite Trivium

◄ Das Zweite Trivium umfaßt die Lehren vom Degen, vom langen Messer und vom Rapier.

• Die Lehren des Zweiten Triviums werden alle Einhändig geführt. Beim Rapier ist als Nebenwaffe ein Dolch oder Mantel möglich.

Degen (nach Johannes Liechtenauer, Quelle 1389, Andre Lignitzer, Quelle 1452 und Hans Talhofer, Quelle 1467). Der Degen, auch Scheibendolch genannt, ist eine Seitenwaffe aus dem Harnischfechten, welche aber ebenfalls ausgiebig im Bloßfechten benutzt wurde. Viele Fechtbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert befassen sich mit dem Degen. Die Grundlage des Fechtens mit dem Degen ist das Ringen.

Langes Messer (Johannes Lecküchner, Quelle 1482). Das Fechten mit dem langen Messer ist nach der Quelle GNM 3227a die Grundlage für das Fechten mit dem langen Schwerte gewesen. Wie dem auch sei, das Fechten mit dem langen Messer hat viel mit dem Fechten mit dem langen Schwerte gemein. Dennoch gibt es genügend Unterschiede, um das Fechten mit dem langen Messer als eigenständige Lehre interessant zu machen.

Rapier (Joachim Meyer, Quelle 1600, und Salvator Fabris, Quelle 1606). Das Rapier stellt den Übergang des Schwertes in die neuzeitlichen Stoßwaffen dar und ist schon deswegen als Lehre sehr reizvoll. Salvator Fabirs Werk umfaßt aber auch das Fechten mit Rapier und Linkshanddolch sowie Rapier und Mantel. Es ist spannend das Rapierfechten von Salvator Fabris mit dem Rapierfechten von Joachim Meyer zu vergleichen. Das Rapierfechten hat viele Schnittstellen mit dem Stangenfechten.

Das Quadrivium

◄ Das Wort Quadrivium ist Lateinisch und bedeutet „vier Wege“. Im Quadrivium sind vor allem Stangenwaffen der Schwerpunkt. Das Halbschwertfechten fügt sich wunderbar in das Quadrivium, wird doch das Halbschwert wie eine Stangenwaffen benutzt.

• Die Lehren des Quadriviums werden alle mit zwei Händen geführt.

Halbschwert (Martin Huntfelt, Quelle 1452 und Hans Talhofer, Quelle 1467). Das Halbschwert ist ein langes Schwert, welches mit einer Hand am Gehilz, mit der anderen Hand in der Klingenmitte gegriffen wird. Das Halbschwertfechten kommt schwerpunktmäßig aus dem Harnischfechten. Mit geeigneten langen Schwertern ist es auch im Bloßfechten anwendbar. Die Grundlage des Fechtens mit den Halbschwert ist das lange Schwert.

Halbe Stange (Paulus Hector Mair, Quelle 1567, und Joachim Meyer, Quelle 1600). Die Halbe Stange, ein gut 180 bis 220cm langer Holzrundstab, ist als die Grundlage für alle Stangenwaffen anzusehen. Dennoch hat das Fechten mit der halben Stange sehr viel mit dem Fechten mit dem langen Schwerte zu tun. Ferner ist die halbe Stange der Ausgangspunkt für das Fechten mit dem langen Spieße, auch Pike genannt.

Hellebarde (Joachim Meyer, Quelle 1600). Das Fechten mit der Hellebarde fußt auf dem Fechten mit der langen Stange, aber auch Anteile des Halbschwertfechtens finden sich. Das Hellebardenfechten ist eng verwandt mit dem Fechten mit der Mordaxt, auch als Luzerner Hammer bekannt.

Langer Spieß (Paulus Hector Mair, Quelle 1567, und Joachim Meyer, Quelle 1600). Der lange Spieß, ein gut 350 bis 500cm langer Holzrundstab von gut 5cm im Durchmesser am Griffende, ist die schwierigste aller Stangenwaffen und das Übungsziel der halben Stange.

► Frankfurt am Main, 2008, Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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