Drei Grundsätze

◄ Ich möchte drei Grundsätze voransetzen, welche drei Grundgesetze der Bewegung einfordern, ganz wie Isaac Newton in seiner 1687 erschienenen „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“. Newton schuf damit die Grundlage für die klassische Mechanik. Ich möchte damit das Verständnis für die Grundlage des Historischen Fechtens erleichtern, wobei das von mir vorgestellte Modell weniger mechanisch als haptisch-impulsdynamisch ist. Damit ist das Modell nicht reaktiv sonder proaktiv. Dennoch hat das hier besprochene Modell viele gleichartige Ansätze, wenn man es mit der klassischen Mechanik vergleicht. Der größte Unterschied ist die Reaktion und die Proaktion. Die drei Grundsätze des Modells sind geradewegs aus dem GNM 3227a abgeleitet. Es handelt sich also nicht um einen „Neuansatz“ oder eine wie auch immer geartete „Besserung“ des Fechtens. Auch im I33 kann man ihre Wirkung ohne Mühe erkennen, wenn man danach sucht.

• Die drei Grundsätze stehen eng mit den zwei wichtigen Begriffen des Historischen Fechtens in Zusammenhang: Der Bindung und den Fünf Wörtern (wobei die Fünf Wörter durchaus die Bindung beinhalten). Dazu möchte ich den Begriff der Bindung etwas weiter bestimmen.

Die Bindung

Newtons Axiomata, sive leges motus, 1686

Newtons Axiomata, sive leges motus, 1686Quelle: Wikipedia

• Ausgehend vom Talhoffer 1467 habe ich in der Vergangenheit oft den Begriff „Hinterbindung“ verwendet. Dieser Begriff ist an und für sich unvollständig, wie ich weiter ausführen möchte. Wenn man sich mit dem Gedanken der Hinterbindung auseinandersetzt (im gesamten I33 gibt es kein echtes Vorderband, wenn man das Fünfte Spiel als Sonderfall nimmt) dann wird auch der Zusammenhang mit der vermuteten “Flächenaufnahme” klar. Der Denkfehler der Flächenaufnahme tritt dann klar zutage. Was für die Flächenaufnahme gehalten wurde ist zumeist die Hinterbindung, welche sich durch die gesamte Fechtlehre des GNM3227a und es I33 zieht.

• Dazu muß ich zuerst alle Möglichkeiten der Bindung, hier mit dem Schwerte, untersuchen. Diese sind: Die Vorderbindung. Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von vorne an. Seine Klinge sperrt meine Klinge vorne, so daß sie nicht seinen Leib erreichen kann. Die Hinterbindung: Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von hinten an. Seine Klinge sperrt meine Klinge nicht, so daß meine Klinge seinen Leib erreichen kann. Die Außenbindung: Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von außen, jenseits seiner Arme, an. Seine Klinge sperrt meine Klinge seitlich außen, so daß sie nicht seinen Leib erreichen kann. Die Innenbindung: Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von innen, diesseits seiner Arme, an. Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von innen, diesseits seiner Arme, an. Seine Klinge sperrt meine Klinge seitlich außen nicht, so daß meine Klinge seinen Leib erreiche kann. Die Überbindung: Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von oben an. Wenn das Band tief genug sinkt, dann kann ich den Leib des Gegners über seiner Klinge erreichen. Die Unterbindung: Meine Klinge bindet die Klinge des Gegners von unten an. Wenn das Band hoch genug steigt, dann kann ich den Leib des Gegners unter seiner Klinge erreichen.

• Sicherlich kann man jedes Band auch aus der Sichtweise des Gegners betrachten. Man kann auch jedes Band durch eine Bewegung der eigenen Klinge und des eigenen Leibes sperren. Jeder Winkel kann verstellt werden.

Ein Hinterbinden, 1467 Talhoffer, Cod. icon 394a

Ein Hinterbinden, 1467 Talhoffer, Cod. icon 394a

• Die drei Raumdimensionen machen nunmal sechs Arten der Bindung nötig, wenn jeder Raumdimension zwei Bindungen zugordnet werden. Ein Band Ort oder Klos gegen Ort oder Klos sowie vordere Schneide der Länge nach gegen vordere Schneide ist zwar gedanklich möglich, doch fechterisch Unfug. So ist eine Hinterbindung im Ersten Spiele des I33 (durch das Falle unter Schwert und auch Schild) eine Hinter-, Außen- und Überbindung.

• Somit ist also klar, daß jede Bindung Klinge an Klinge in drei Raumdimensionen beschrieben werden muß.

DAS SPRECHFENSTER DES LANGEN SCHWERTES

◄ Technisch sind aber zumeist nur zwei Arten der Bindung von Belang, wenn man den Gedanken des Sprechfensters des langen Schwertes aufnimmt (beim genannten Beispiel des Ersten Spieles die Hinter- und Überbindung). Hierbei ist vor allem die Hinterbindung im Historischen Fechten sehr belangreich, welche zumeist mit Innen- oder Außenbindung einhergeht. Mit der Hinterbindung mache ich mich der Kraft des Gegners ledig, wenn ich meinen Leib aus der Bahn seiner Waffe gebracht habe. Dies kommt einer Verkehrung der Angriffsrichtung des Gegners nahe oder einer vollständigen Entladung der Kraft des Gegners. Auch die Überbindung, welche zumeist mit der Hinterbindung oder der Innen- oder Außenbindung einhergeht, ist sehr bedeutsam, gibt sie mir doch zumeist eine überlegene Angriffslage im Bande. Umgangssprachlich ist die Überbindung sehr lebendig. Z. B. “unterbinde dies” oder die “Oberhand haben”.

• Ein gedachtes Fenster hat nur zwei wichtige Dimensionen: Höhe und Breite. Seine Scheibendicke kann für das Gedankenmodell vernachlässigt werden. Verändern die beiden Fechter im Sprechfenster nicht ihre Standhöhe, dann werden die meisten Handlungen im Bande sich in einem gewissen Bereich abspielen. Dieser Bereich ist in unserem Beispiel nur durch ein gedachtes Rechteck, das “Fenster”, festgelegt. Es hat, wie angeführt, eine Höhe und eine Breite. Das Sprechfenster ist also ein kleines gedachtes Fenster, zumeist ein bis zwei Fuß hoch und breit. Die Anordnung von Band und Fechtern, welche historisch das Sprechfenster genannt werden, ist aber im hohen Maße veränderlich und damit keinesfalls statisch.

• Auch geometrisch kann der Verhalt des Sprechfensters mit Höhe und Breite nachvollzogen werden: Wenn man sich den Wirkungsbereich der Glieder eines Menschen als Kugel vorstellt und dann selbiges für einen Gegner annimmt, dann ist es nur folgerichtig anzunehmen, daß wenn sich diese beiden Kugeln überlagern eine Fläche entstehen wird. Berühren sich die beiden Kugeln nur tangential, dann wird die Überlagerung nur ein Punkt sein, was beim langen Schwerte ein Band Ort oder Klos gegen Ort oder Klos bedeuten würde (was wie zuvor beschrieben Unfug ist). In jedem anderen Falle wird die Überlagerung eine kreisförmige Fläche sein, welche mit Höhe und Breite (Kreisfunktion) beschrieben werden kann.

Sprechfenster

Sprechfenster

• Da eine Fläche im Gegensatz zur Kugel nur zwei Raumdimensionen besetzt wird jedes Band, welches sich auf dieser Überlagerungsfläche ereignet immer zwei Arten der Bindung aufweisen, wie z. B. Vorderbindung und Außenbindung oder Hinterbindung und Innenbindung. Salvator Fabris baut 1606 seine gesamte Fechtlehre auf der Über- und Unterbindung und der Innen- und Außenbindung auf, auch wenn er das Band an sich beim Stoßfechten scheut. Wir befinden uns also auf fechterisch historisch gesichertem Boden.

• Drei Wunder (Hieb, Schnitt und Stich) Liechtenauers machen selbstverständlich drei verschieden gefühlte Arten des Bandes aus: Band durch Hieb, Band durch Schnitt und Band durch Stich. Ein viertes Band mag Salvator Fabris’ Battuta sein, der Klingenschlag. Dieser wird aber nicht selten mir der Fläche gegen die Fläche des Gegners ausgeführt, ist also ein Sonderfall des Stoßfechtens.

• Diese Erkenntnisse aus dem Bande legen folgende drei Grundsätze nahe:

Lex Prima: die nächste Blöße auf dem kürzesten Weg angreifen

◄ Der erste Grundsatz, bei Newton das Grundgesetz der Trägheit. Es liegt kein Band vor. Ich greife den Gegner auf dem kürzesten Wege der Klinge in der mir am nächsten liegenden Blöße des Gegners an. Der Gegner wird in der von mir angegriffenen Blöße getroffen, oder aber er versetzt und das Band entsteht.

• Der erste Grundsatz ist die Ursache für Vor und Nach. Auch mag hier ersichtlich werden, warum Vor und Nach so stark mit der Masseträgheit zusammenhängen. Der erste Grundsatz findet sich am deutlichsten im Zornhau beim langen Schwerte. Bei Buckler und Schwert reden wir vom Halbschild. Beim Ringen nach Andre Lignitzer spechen wir vom Ersten Ringen.

wer da leit ist tot, GMN3227a, Blatt 32

wer da leit / der ist tot, GMN3227a, Blatt 32

• Liechtenauers Ausspruch, daß wer sich legert, also träge ist, tot sei, und wer sich aber rührt, also bewegt, noch lebt, findet hier eine Untermauerung (GNM 3227a, Blatt 32r: „wer do leit der ist tot / wer sich rüret der lebt noch“). Auch daß Vor und Nach der Ursprung aller Künste sind, kann hier mit Recht angeführt werden. (GNM 3227a, Blatt 18v: „Vor noch dy czwey dink syn allen kunsten eyn orsprink“).

• Erblicken wir den kürzesten Weg zur nächsten Blöße des Gegners, dann sehen wir die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Wir reden also von einer Geraden. Kann diese Gerade eine Verbindung zwischen unseren beiden Körpern herstellen, dann werde ich den Gegner schlagen. Kann der Gegner in der Zeit des Angriffs keine eigene Gerade herstellen, dann treffe ich ihn, bevor er mich treffen kann. Hier wird das Vor beschreiben. Beim Nach verhält es sich zumeist so, daß ich meinen Leib bewege und damit der Geraden des Gegners aus dem Wege gehe. Fast zeitgleich errichtet sich, durch die Verschiebung der Körper aus einer neuen Lage heraus, eine eigene Gerade auf dem kürzesten Wege zu der nächsten Blöße des Gegners. Also beginne ich als Zweiter, treffe aber als Erster durch die Verlagerung meines Leibes. Letzlich ist der erste Grundsatz also nur eine Verhältnismäßigkeit von zwei Geraden. Die längere Gerade trifft zuerst (wenn wir Unterschiede in der Geschwindigkeit vernachlässigen).

Lex Secunda: Krumme schlägt Gerade

◄ Der zweite Grundsatz, bei Newton das Grundgesetz der Dynamik. Es liegt ein Band vor, welches sich aus dem ersten Grundsatz ergab. Dabei kann eine gerichtete Kraft eine andere gerichtete Kraft verdrängen. Das Verdrängen wird um so gefährlicher, je mehr dabei auch teilweise eine Umgehung stattfindet. Aus dem Angriff, welcher das Band erzwang, wird eine Verdrängung und Umgehung. Der Gegner muß seine Lage von Schwert und Leib ändern, oder er wird von mir getroffen werden.

• Der zweite Grundsatz ist die Ursache für Stärke und Schwäche. Der zweite Grundsatz findet sich am fühlbarsten im Krumphau beim langen Schwerte. Bei Buckler und Schwert führen wir das Falle unter Schwert und auch Schild an. Beim Ringen nach Andre Lignitzer ist es das Zweite Ringen.

Joachim Meyer, Schwäch und Stärk, Zusammengesetzter Ausschnitt aus der Handschrift von 1570

Joachim Meyer, Schwäch und Stärk, Zusammengesetzter Ausschnitt aus der Handschrift von 1570

• Der zweite Grundsatz ist das Mittel, mit welchem die meisten Gefechte zu einem Abschluß gebracht werden können. An dieser Stelle mag die Einsicht gefördert werden, daß Stärke und Schwäche rein dynamischer Natur sind. Die Dynamik des zweiten Grundsatzes richtet sich immer gegen Kopf und Leib des Gegners, muß aber auf ihrem Wege dorthin die gerichtete Kraft des Gegners verdrängen und umgehen, also dieser in irgendeiner Art und Weise begegnen.

• Sehen wir den Anfangspunkt und den Endpunkt einer Krumme mit einer Linie verbunden und setzen in den am weitesten von dieser Linie entfernten Punkt ebenfalls einen Punkt an, dann erhalten wir ein Dreieck. Dieses Dreieck wird eine Gerade immer mit einem ihrer Schenkel treffen. Der Schenkel, welcher Ausgangspunkt und Endpunkt verbindet, muß so lang sein wie die Gerade selbst (sonst gilt der erste Grundsatz) und wird zumeist gleichgerichtet zu dieser verlaufen. Für den Kraftfluß ergibt sich dabei folgender Verhalt: Der gleichgerichtete Schenkel richtet sich nicht oder kaum gegen die Gerade, der zweite Schenkel trifft die Gerade in einem Winkel. Dies ergibt das Verdrängen (oder Umgehen, wenn ich mich an dieser eigenen Kraft abdrücke) durch den Einsatz der Kraft des zweiten Schenkels gegen einen Gegner, der sich, vermöge der Gerade mit ihrer Ausrichtung, gegen diese zweite Kraft nicht wehren kann. Die Kraft des zweiten Schenkels muß deswegen nicht groß sein. Somit beruht der zweite Grundsatz, Krumme schlägt Gerade, auf dem ersten Grundsatz, die nächste Blöße auf dem kürzesten Wege angreifen.

Lex Tertia: Innenkreis schlägt Außenkreis

◄ Der dritte Grundsatz, bei Newton das Grundgesetz der Reaktion, der Wechselwirkung. Es muß kein Band vorliegen, aber es kann ein Band vorliegen. Wenn kein Band vorliegt, dann bewege ich mich wie beim ersten Grundsatz, nur auf einer Kreisbahn. Der Gegner bewegt sich auch auf einer Kreisbahn. Meine Kreisbahn weist einen geringeren Durchmesser als die des Gegners auf, weshalb ich den kürzeren Weg habe und ihn zuerst treffe. Wenn ein Band vorliegt, dann bewegt sich der Bindungspunkt durch die Kreisbewegungen unserer Waffen auf den Fechter zu, welcher mit seiner Waffe den größeren Durchmesser beschreibt. Wieder wird der Fechter zuerst treffen, dessen Waffenbewegung den geringeren Durchmesser zeigt.

• Der dritte Grundsatz ist die Ursache für Indes und Fühlen, wenn ein Band vorliegt. Hier ist es jetzt sinnreich einzuführen, daß wir nicht nur von unbelebter Mechanik mit der Reaktion, sonder auch von der Proaktion des lebendigen Fühlens reden können. Dies erweitert den systematischen Ansatz. Liegt kein Band vor, dann beschreibt der dritte Grundsatz eine Abwandlung des

das fülen lere, indes / das wort schnydet sere, Ringeck, 1440

das fülen lere, indes / das wort schnydet sere, Ringeck, 1440

ersten Grundsatzes, welche nun, anstatt auf Geraden, auf Kreisbahnen beruht. Der dritte Grundsatz findet sich am greifbarsten im Twerhau beim langen Schwerte. Bei Buckler und Schwert ist das Anbinden und Voranschreiten gemeint. Beim Ringen nach Andre Lignitzer betrachten wir das Dritte Ringen.

• Jenes den Innenkreis mit dem Außenkreis schlagen kann in einer, zwei und drei Raumdimensionen durchgeführt werden. Zumeist wird die Bewegung in zwei Raumdimensionen durchgeführt werden. Die Bewegung in drei Raumdimensionen ist schwierig, aber keinesfalls unmöglich.

• Betrachten wir den Kreis als eine Ansammlung von unendlich vielen gleichschenkligen Dreiecken, dann wird immer, wenn ein Kreis kleiner als ein anderer Kreis ist, die unendliche Ansammlung von gleichschenkligen Dreiecken des kleineren Kreises sich auf kürzerem Wege mit einer Spitze neu Ausrichten können. Dies kann man sich leicht veranschaulichen, wenn man seinen Blick auf das eine größte gleichschenklige Dreieck richtet, welches sich mittig im Kreise befindet. Der Verhalt gilt im Ruhen des Kreises wie in der Bewegung des Kreises. In der Bewegung des Kreises wird die Wirkung aber immer stärker sein, weil sich die Bewegungsenergie zu der Energie der Drehung gesellen wird. Die raschere Ausrichtung der Spitze führt dazu, daß die unendlich vielen Kreise des kleineren Kreises immer die Gelegenheit haben die unendlich vielen Dreiecke des größeren Kreises mit einer Spitze in deren Schenkel zu treffen. Somit gründet sich der dritte Grundsatz, Innenkreis schlägt Außekreis, auf dem zweiten Grundsatz, Krumme schlägt Gerade.

Lex Quarta: der Zusatz

◄ Newton beschreibt als einen Zusatz einen weiteren Grundsatz: Den Grundsatz der ungestörten Überlagerung. Diese Überlagerung, also Zusammenrechnung der vorhandenen gerichtete Kräfte, ist kein eigenes Bewegungsgesetz, aber wichtig genug, um benannt zu werden. Für die Überlagerung der Kräfte muß immer ein Band vorliegen.

• Der Zusatz des vierten Grundsatzes setzt sich in vertiefter Ausprägung mit den Zusammenhängen von Schwäche, Stärke und Indes auseinander. Das Fühlen ist hier als Teil des Indes nicht so wichtig. Durch die Überlagerung wird die Gleichzeitigkeit schlicht erklärt, denn sie ergibt sich von selber, wenn man in einem Kräfteparallelogramm alle auftretenden gerichteten Kräfte voneinander abzieht und dann eine einzige gerichtete Kraft übrig bleibt. Durch die Richtung der Kräfte ist die Geometrie der auftretenden Winkel berücksichtigt.

• Der Zusatz des vierten Grundsatzes ist besonders anschaulich beim langen Schwerte im Schielhau und Scheitelhau zu sehen. Bei Buckler und Schwert sind es der Schildschlag und der Stichschlag, die auffallen. Beim Ringen nach Andre Lignitzer treten das Vierte und das Fünfte Ringen hervor.

Dy geschrift gehört an das hinter stuck und iene gehört her über, Wallerstein, ab. 1470

Dy geschrift gehört an das hinter stuck und iene gehört her über, Codex Wallerstein, ab. 1470

Nicht verwirren lassen

◄ All diese Grundsätze sind nur Erklärungsmodelle. Sie sind nicht kategorischer Natur (wie die Fünf Wörter), sondern in ihrem Ansatz geometrisch. Durch ihr Verständnis ist es zuweilen leichter sich ein Verständnis für die Fünf Wörter zu erarbeiten. Dennoch: Die Fünf Wörter kann man nur durch das Üben verstehen, wozu ein fachkundiger Lehrer eine Vorraussetzung ist!

• Beim Fechten begegnen wir sehr häufig der Vorstellung, daß Konzepte und deren Verständnis in der Anwendung durchaus in der Lage sind Bewegungen zu schlagen, welche sich der Gegner durch bloßes Wiederholen ohne Nachdenken zu eigen gemacht hat. Dies mag wohl stimmen, und bekanntlich ist Indes ein scharfes Wort, welches sehr schneiden kann. Doch ohne ausreichende Übung werde ich meine Überlegenheit durch Konzepte nicht ausspielen können, weil ich einfach dort zu viele Fehler mache, wo es auf Genauigkeit ankommt. Ich habe also die Konzepte nicht wirklich verstanden und verinnerlicht. Hier hilft nur üben, üben, üben!

Nicht das Ende

◄ Selbstverständlich werden auch diese Grundsätze auf weiterführenden Ebenen des Fechtens in Frage gestellt werden, so wie Einsteins Relativitätstheorie und die Heisenbergische Unschärferelation die Newtonischen Axiome mit neuen Bewußtseinsebenen ausgestattet haben. Beim Fechten wird sich hier vor allem der psychologische Bereich bemerkbar machen, allen voran das Bewußtsein für sich selbst und natürlich auch den Gegner. Dies mag sich vordergründig im Fühlen im Bande ausdrücken, ist aber in erster Linie ein Wissen um seine eigene Natur und Beschaffenheit. Alle Kunst hat Länge und Maße, heißt es im GNM 3227a.

►► Frankfurt am Main, 2010, Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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