Aktuell im Forum

Training für Schwertkampf und Ringen

Übungszeit und -ort

◄ Die Übungszeit und der Übungsort ist den Angeboten Stahl auf Stahl Rhein-Main und Stahl auf Stahl Rhein-Ruhr zu entnehmen

• Wer die Übungsstunde besuchen möchte ist gebeten sich zuvor telephonisch oder per E-Mail anzumelden, damit der Übungsleiter sich darauf einstellen kann und gegebenenfalls Übungswaffen mitbringt (Kontakt: Rich.Cole@gmx.net oder 069 70794930).

Übungseinheit

◄ Innerhalb einer Stahl auf Stahl Übungseinheit von zwei Stunden wird folgender Ablauf verwandt:

Erste Stunde

  •  Aufwärmen nach Lehre, 15 Minunten
  •  Mit bekannten Übungen einsteigen (Technik), 15 Minunten
  •  Ablauf um neue Übungen erweitern (Technik), 30 Minuten

Zweite Stunde

  • Übungsansprüche steigern (Krafttechnik), 30 Minuten
  • Kraftübungen, 15 Minuten
  • Dehnkräftigung und Entspannungsübungen, 15 Minunten

Kampfübungseinheit

◄ Innerhalb einer Stahl auf Stahl Kampfübungseinheit von zwei Stunden wird folgender Ablauf verwandt:

Erste Stunde

  • Aufwärmen nach Lehre, 15 Minunten
  • Kampfübungen (mit Abspache und Abfolge), 45 Minunten

Zweite Stunde

  • Freifechten (ohne Absprache und Abfolge), 45 Minuten
  • Dehnkräftigung und Entspannungsübungen, 15 Minunten

Anforderungen an Schwertkämpfer und Ringer

Langes Schwert

Langes Schwert

◄ Historisches Fechten und Ringen stellt sehr hohe Anforderungen an den Übenden. Um die Sicherheit für sich und andere zu gewährleisten muß jeder Teilnehmer uneingeschränkt leistungsfähig sein. Jede Einnahme von Drogen vor oder während der Übungsstunden ist streng untersagt. Der Übungsleiter ist über jede Art von Krankheit, Medikamenteneinnahme oder Behinderung zu unterrichten, damit er die Übungen an den Übenden anpassen kann. Wenn ein Übender während den Übungen seine Leistungsgrenze erreicht muß er dies unverzüglich dem Übungsleiter mitteilen, damit dieser darauf angemessen reagieren kann und dem Übenden Hilfestellung geben kann.

Übungsstunden

◄ Pünktliches Erscheinen zu den Übungszeiten ist eine Voraussetzung für einen geregelten Übungablauf. Während der Übungsstunden ist der Anweisung des Übungsleiters, oder vom Übungsleiter dazu bestimmten Personen unbedingt Folge zu leisten. Dies gilt vor allem für die Handhabung der Übungswaffen und insbesondere in allen Fragen der Sicherheit.

Erscheinungsbild

◄ Für das Üben von Kampfkünsten ist es unumgänglich auf sein Erscheinungsbild zu achten. Der Körperhygiene ist unter allen Umständne Rechnung zu tragen. Der Transport von Übungswaffen zur Übungsstätte soll so unauffällig wie möglich erfolgen. Leichte Sportkleidung und Hallenschuhe (nicht Straßenschuhe) sind für den Übungsablauf ausreichend. In heißen Monaten ist das Mitführen eines Handtuches während der Übungsstunden sinnvoll.

Sorgfaltspflicht

◄ Jeder Teilmehmer an den Übungsstunden erklärt sich bereit der Sorgfaltspflicht Folge zu leisten. Wer welche Waffen benutzt wird vom Übungsleiter festgesetzt. Mit Übungswaffen aus Stahl muß immer mit äußerster Umsicht umgegangen werden. Außerhalb der Übungen werden die Waffen niemals auf andere Menschen gerichtet, auch nicht zum Spaß. Auch beim Ringen ist die Sorgfaltspflicht sehr wichtig, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Bei allen Übungen ist neben dem Übungspartner auch auf die unmittelbare Umgebung zu achten, welche beim Üben mit Übungswaffen oder beim Ringen leicht beeinträchtigt werden kann.

Haftungsausschluss

◄ Kampfkünste sind immer mit einem gesundheitlichem Risiko behaftet. Für den Waffenkampf mit Stahlwaffen gilt dies insbesondere, auch wenn es sich nur um stumpfe Übungswaffen handelt. Auch beim Ringen können leicht Gefahren auftreten, deren man sich bewußt sein muß.

• Es wird ausdrücklich keine Verantwortung und keine Haftung für Verletzungen während des Übungsablaufes übernommen. Mit der Teilnahme an den Übungsstunden erklärt sich jeder Übende üben den Haftungsausschluß als unterrichtet und mit ihm einverstanden.

Übungswaffen

◄ Stahlwaffen und Schilde müssen regelmäßig gepflegt werden. Stahlwaffen sind instandzuhalten, das heißt von großen Scharten und scharfen Kanten zu befreien. Auch Rostfraß ist unerwünscht, Flugrost sollte im eigenen Interesse des Besitzers beseitigt werden. Alle Stahlwaffen, welche von den Übenden zu den Unterrichtsstunden mitgebracht werden, müssen grundsätzlich vom Übungsleiter als geeignet erklärt werden, bevor sie verwendet werden dürfen. Schilde müssen darüber hinaus immer von Splittern und Spaltungen frei gehalten werden.

Ausrüstung

Ausrüstung

Die Gegensätze überwunden?

◄ Historisches Fechten kommt auf lange Sicht nicht ohne eine Reihe von Anschaffungen aus. Für jede Fechtlehre ist die entsprechende Übungswaffe vonnöten, um diese auszuüben. Dies stellt die erste Anschaffung für den Übenden dar. Es ist sinnvoll vor dem Kaufe einer Übungswaffe mit dem Übungsleiter oder einem erfahrenen Historischen Fechter zu reden. Ferner sind dicke Lederhandschuhe (Schweißerhandschuhe) für alle Fechtlehren äußerst zweckmäßig, um Abschürfungen und Kratzer an den Händen zu vermeiden.

• Wenn ein fortgeschrittener Fechter an den Kampfübungen teilnehmen will, dann ist eine volle Schutzausrüstung zwingende Vorraussetzung. Diese muß der Übende anschaffen. Eine volle Schutzausrüstung besteht aus einem Gambeson oder einer Fechtmeisterjacke, einer Fechtmaske (nur FIE 1600N), unter der Fechtmaske eine Polsterhaube, gepolsterten Schutzhandschuhen und zusätzlichen Schutzpolstern an den Außenseiten der Arme, den Ellbogen und den Knien. Die Fechtmaske muß mit zusätzlichem Posterschutz verstärkt sein, auch am Hinterkopf. Die Brust wird am besten durch eine Stahlplatte geschützt, welche mit einem Geschiebe über die Hüften reichen sollte, um den Unterleib zu schützen. Ein Tiefschutz und ein Halsschutz sind unbedingt erforderlich.

• Diese Schutzausrüstung muß nicht teuer sein, vieles kann man sich selber herstellen. Die Brustplatte mit Geschiebe kann man sich selber leicht aus 0,7mm V2A Stahl fertigen Der kostspieligste Einzelposten ist zumeist nur die Fechtmaske.

Was bedeutet “Fürsorge”, “Mitgefühl” und “Respekt”?

◄ Fürsorge, Mitgefühl und Respekt stellen in ihrer Dreiheit mit Abstand die am wichtigsten Gesichtspunkte der Kampfkunst dar. Ohne sie ist keine Übung und auch kein Ernstkampf möglich. Warum nicht? Ohne Fürsorge, Mitgefühl und Respekt stehe ich mir selber im Wege, bei der Übung sowie beim Ernstkampf. Dies ist eine tiefgründige Einsicht, die es in seinem Leben zu erfahren gilt.

• Fürsorge bezeichnet meine Verantwortung, welche ich beim Üben für meinen Partner habe, daß er unverletzt aus den gemeinsamen Übungen hervorgeht. Bei der Kampfkunst wird es immer auch um Schmerzen gehen, die ich meinem Übungspartner bereite. Diese haben immer nur dem Stück zu dienen und dürfen niemals zu gewollten Verletzungen beim Üben führen. Wortwörtlich begibt sich der Übungspartner in der Kampfkunst in meine Hände. Es ist also meine Verantwortung, daß er aus der Kampfkunst Kraft und Freude zieht, und nicht Schmerz und Verstümmlung.

• Mitgefühl umfaßt meine Anteilnahme, mit welcher ich die Gefühle meines Partners verstehen lernen kann. Dies ist sehr wichtig für mich, weil ich nur so ein wirklich gutes Gefühl für das Gefecht an sich entwickeln werde. Es ist auch sehr wichtig für meinen Übungspartner, weil nur so ein angstfreies Üben möglich ist. Denn im Gefecht gilt es an mehr teilzunehmen, als nur an seinen eigenen Sorgen und Ängsten. Wenn ich meinen Gegner verstehen lerne, dann kann ich mich auch selber verstehen lernen. Auch der Umkehrschluß gilt. Übende höheren Ausbildungsstands müssen sich immer auf Übende geringeren Ausbildungsstands anpassen, nicht umgekehrt. Stärkere müssen sich an die Befindlichkeiten Schwächerer anpassen, bei den zwei Geschlechtern ist es an beiden, auf die jeweils andersartige Gefühlswelt des anderen Rücksicht zu nehmen.

• Respekt beschreibt die Achtung vor den Fähigkeiten und der Menschenwürde meines Übungspartners. Zum Respekt gehören Umgangsformen, Körpersprache, aber auch das Verhalten in der Übungsgruppe und das Gebaren vor dem Übungsleiter. Respekt umfaßt aber auch Mut, Aufrichtigkeit und eine auf Erfahrung gegründete Selbsteinschätzung. Respekt bedeutet nicht Unterwerfung oder gar Hörigkeit. Nur wer einen gesunden Respekt vor sich selber hat kann sich anderen gegenüber respektvoll verhalten.

• Im Ernstkampf kommen Fürsorge, Mitgefühl und Respekt in fast der gleichen Weise wie beim Üben zum Tragen. Deswegen wird sich gutes Üben nicht zu weit vom Ernstkampf unterscheiden. Es ist eine alte Weisheit, die ein großer Kampfkünstler unserer Tage ausgesprochen hat, daß man kämpft wie man übt. Denn wie zuvor bemerkt stellt das Gefecht hohe Anforderungen an den Kämpfer. Es reicht nicht aus angriffslustig oder gar rasend zu sein. Im Gefecht gilt es immer sich schneller als der Gegner an die Umstände des Kampfes anzupassen, und somit im Vorteil zu sein. Dieser Verhalt kann als Ursprung der Kampfkunst bezeichnet werden.

Langes Schwert

Langes Schwert

 Im Ernstkampf gilt es zudem die eigene Angst im Zaume zu halten und bestmöglich zu nutzen. Und die Angst stellt im Ernstkampf eine ganz neue Lebenswirklichkeit für den Kämpfer dar. Die Angst zu überwinden ist nur möglich, wenn beim angestrengten Üben Fürsorge, Mitgefühl und Respekt wirklich gelebt wurden. Nur dann kann ich die Reife und die Einsicht besitzen, um den Fährnissen der Gewaltanwendung entgegenzutreten. Nur dann bin ich schnell und wirksam genug, um mich von der Welle meiner Angst tragen zu lassen, bevor ich darin untergehe. Im Ernstkampf kann man nicht nachholen, was man beim Üben versäumte.

• Fürsorge steht für den Einsatz von angemessenen Gewaltmitteln im Ernstkampf, so daß ich mich nicht dazu verleiten lassen andere Menschen, aber auch nicht mich selber, mit übertriebenem Gewalteinsatz zu schädigen. Gewalt wirkt immer in beiden Richtungen, wer dies vergißt wird andere Menschen und vor allem sich selber verletzen. Fürsorge ist auch ein gutes Mittel gegen die Angst, denn durch sie kann ich mich immer ein Stück weit von mir selber entfernen, der Angst also weniger Angriffsfläche bieten.

• Mitgefühl ist ein gutes Mittel um die Aufmerksamkeit zu entwickeln, denn wenn ich mich in meinen Gegner hereinversetzen kann, dann kann ich viel besser seine Absichten abschätzen. Nicht jeder kämpft, um gleich zu töten. Zwischen einem einfachen Herumschubsen und einem Zweikampf bis zum Tode liegen viele Abstufungen, welche es zu erfassen gilt. Und das Mitgefühl ist einer der besten Wege, um meine eigene Angst verstehen zu lernen und selbst in einem tödlichen Gefecht noch einsatzfähig zu blieben. Nicht wenige Menschen, auch Kampfkünstler, vergessen im Gefecht bis zu 80 Prozent dessen, was sie erlernt habe, weil sie mit ihrer Angst nicht fertig werden.

• Respekt führt im Ernstkampf zu einer gebührenden Handlungsweise, vor, im und nach dem Kampfe, welche mich vor den Auswüchsen Anderer, aber auch vor den Entgleisungen meines Selbst schützt. Denn anderes als in vielen anderen Künsten ist in der Kampfkunst der Gegner mein bester Freund. Der Gegner ist es, welcher mir meine Grenzen aufzeigt. Nur am Gegner kann ich innerlich wie äußerlich wachsen. Nur am Gegner kann ich Angst kennen lernen und wagen sie zu beherrschen. Im Gefecht sind die größten Wirkungsanteile geistiger Natur. Je mehr ich durch aufrichtigen Respekt mein Selbst in seine Schranken weisen kann, desto freier und besser werden ich kämpfen.

• Ich beginne aus gutem Grunde jede Übungsstunde mit einer kurzen Unterredung zu den drei Begriffen Fürsorge, Mitgefühl und Respekt. Letztlich gilt es, auf den Punkt gebracht, die leibliche, seelische und geistige Unversehrtheit von mir und anderen zu gewährleisten. Einerlei ob ich mich in gelassener Ruhe oder der gehetzten Rastlosigkeit des Fechtens befinde.

► Frankfurt am Main, 2009, Richard Cole (Stahl auf Stahl)

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