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Franck

General Themes of HF - Themen der Historischen Bewegungskultur.

Franck

Beitragvon Richard Cole » Donnerstag 21. Mai 2015, 14:20

Sebastian Franck ist ein interessante Figur der Reformation.

Hier schriebt er über Doppelsöldner - die ja angeblich Meisterbriefe des langen Schwerts als Nachweis ihre Kenntnisse besaßen.

„Es ist durch die bank hindurch alweg und alzeit ein böss unnütz volk, nit wenige dann münch und pfaffen. Ist es im krieg, so ist under tausend kaum einer an seinem sold begnuegig, sunder stechen, hawen, gotslestern, huoren, spielen, morden, brennen, rauben, witwen und weisen machen, ist ir gemein handwerk und höchste kurzweil. Wer hierin küen und keck ist, der ist der best und ein freier landsknecht; der muoss vornen daran und ist würdig, das er ein doppelsoldner sei.“

Interssant ist, dass diese Fechter - Berufskämpfer - nach Franck oft Mönche und Priester sein sollen.

Franck soll mitt des 16. Jhds gestorben sein - man gebe ihm 200 Jahre mehr, um eher den Gebenheiten der Reformation gerecht zu werden.

In diesem Zusammenhang sind auf die Trientischen Konzile interssant, von dem Wenigen, was davon bekannt wurde ist z.B. interessant, dass Bischöfe (ein Mitra Titel) nur eine Frau haben dürfen - offenbar ist hier auch die alttestamentarische Sitte der Vielehe Bezug genommen worden.

Unser Bild von Pfaffen und Preistern heute scheint sich von dem Bild eines Priester während der Reformation stark zu unterscheiden.

Wir kennen auch I33 und Lecküchner - beides Fechtbüchern von Berufsfechtern.

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„Es gibt stets zwei Endpunkte, zwei Gegensätze. Die Kampfkunst ist die Fertigkeit, welche in ihre Mitte fällt.“
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Re: Franck

Beitragvon Daniel » Freitag 22. Mai 2015, 11:59

Klingt ja fast so, als ob die Qualifikation zum Doppelsöldner nur daraus besteht, ein besonders "schlechter" Mensch zu sein... ;)
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Re: Franck

Beitragvon Richard Cole » Donnerstag 28. Mai 2015, 13:03

Oder Geistlicher . . . wir schreiben hier über die sogenannte Reformation oder Glaubensspaltung.

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Re: Franck

Beitragvon Daniel » Donnerstag 28. Mai 2015, 14:36

...sunder stechen, hawen, gotslestern, huoren, spielen, morden, brennen, rauben, witwen und weisen machen,[...]

"gotslestern, huoren, spielen" sind nicht unbedingt Qualitäten, die ich als Notwendigkeit eines besonders guten Kriegers oder Geistlichen sehen würde.
"morden, brennen, rauben, witwen und weisen machen" gehört quasi zum Geschäft, um erfolgreich zu sein ;)

Wer hierin küen und keck ist, der ist der best und ein freier landsknecht

Es fällt mir schwer, diese Feststellung in Einklang mit "gotslestern, huoren, spielen" zu bringen; das ist doch eher Freizeit ;)
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Re: Franck

Beitragvon Richard Cole » Samstag 6. Juni 2015, 18:11

Wir reden von der Zeit der Reformation oder Glaubensspaltung.

Hier Grimm:

gartbruder, gartenbruder, m. gleich gartknecht.
1) gartbruder, landsknecht der auf der gart umzieht (s. DWB gart f. 2, b), bruder weil sie sich als bruderschaft ansahen und aufführten, wie denn bruder Veit für landsknecht geläufig war: erwuscht den lantzknecht oder gartbrder bei der kartausen ... Wickram rollw. 146, 2 (vorher oft gartknecht); wo denn einer der schlecht frommen gartbrder in ein stuben kumpt .. 64, 9, nachher auch der gt brder Veit 65, 19; einsidler, gartbrüder, nollbrüder. Fischart groszm. 60;

denn jetzund überall gemein
der gartbrüder gar zu viel sein.
Z. Poleus trag. v. d. belag. Samariae B 5;
wie dann auch mit den bettlern, marktschreiern, gartbrüdern gute ordnung zu machen (auf jahrmärkten). Hohberg 1, 53a, hier, wie später überhaupt, über die landsknechte hinaus erstreckt. in nd. fassung gardbruder Schottel 1323, s. Frisch 1, 320b.
2) gleichbed. gartenbruder, gebildet wie gartenknecht (eig. wol gartend bruder, gartend knecht): ich weisz inen (den landsknechten) keine besser namen zu geben als thu kein gut, gartenbrüder, hünerdiebe, marterhanse, wundenknechte ... Pape bettel- und garteteufel O 2b; das die gartenbrüder inen gewalt gethan. O 5a; die aus den söldnerheeren erwachsenen wilden, räuberischen bettlerscharen, die gardenbrüder und zigeuner. Stüve wesen u. verf. 120.
3) später gardebruder Stieler 2440, miles vagabundus, praedo, mendicus, dazu ebend. selbst gardeschwester mendica, praedatrix, aus der zeit des 30jähr. krieges begreiflich (doch vgl. auch unter 4); bei Schmid 221 noch aus der würtemb. almosenordnung von 1724 gardebrüder, umher streifende bettler (auch wurstsammler genannt). in dem garde- ist gart zur franz. form zurückgeführt.
4) gartenbruder aber auch von wiedertäufern, eig. von einer ihrer secten: der widertaufer glauben, der gartenbrueder glauben. Schm.2 1, 939; daraus dann und aus solcher zwispeltiger lehre so mancherlei .. secten und unschickligkeit entstanden were mit widertäufern, sacramentschwermern, bildstürmern und gartenbrüdern und schwestern (also auch gartenschwestern, vgl. u. 3). Luther 5, 105a, aus dem schriftenwechsel zu Augsburg 1530; dasz der gartenbruder Hetzer bei vier und zwenzig ehelicher weiber hatte beschlafen gehabt. Luthers tischr. 326b; ain rat hie hat den merer teil der gartenbrüedern und wiedertäufern die stadt wiederumb erlaubt. Birl. Augsb. wb. 181 aus einer Augsb. chronik; auch allhie in den winkeln und gärten hatten die wiedertäufer versamlungen, daher sie den namen gartenbrüder bekamen. ebend.; dasz die letztere auffassung des namens auch sonst gangbar war, zeigt die übers. hortenses, vgl. Liebknecht de fraternitate hortensium Gieszen 1724; aber es ist urspr. der landsknechtname, wie z. b. folg. zeigt. S. Frank in der 3. chronica in dem capitel von den wiedertäufern erzählt von einer secte: etlich haben die gewissen mit dem spruch verwickelt 'wer nit alles verlaszt, weib, kind, äcker' etc., und so gar manchen mit diser schrift (schriftstelle) gedrungen, das er alles verlassen hat, weib und kind sitzen (lassen) und ins elend zoch ... umbher gartet wie ein geistlicher landsknecht. chron. 1543 2, 199a, übrigens ohne erwähnung des namens der gartenbrüder. — Dazu das adj. gartenbrüderisch, bei Fischart: Platons lacedemonisch gartenbrüderisch weibergemeinschaft. Garg. 63a (Sch. 105), die wiedertäufer hielten zum theil die ehe für einen unrechten zwang, die gartenschwestern vorhin werden frauen sein die auf diese freie ehe eingiengen. s. auch W. Scherer zeitschr. f. d. östr. gymn. 1867 s. 484.

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