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Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Armoury and Staffroom - Dieses Forum dient zum Informationsaustausch über Übungsgeräte, Simulatoren und Literatur. In einem Unterforum kannst du den Flohmarkt besuchen. Im Lehrerzimmer werden Unterrichtsmethoden diskutiert.

Re: Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Beitragvon Davinel » Donnerstag 24. April 2014, 01:40

Schauen sehr schön aus, aber wäre es nicht sinnvoll eine Kugel oder was in der Art auf die Spitze zu setzen um die Fläche zu vergrößern?
Bzw. in welcher Geschwindigkeit setzt ihr die ein?
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Re: Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Beitragvon HJZ » Donnerstag 24. April 2014, 12:22

Davinel hat geschrieben:... wäre es nicht sinnvoll eine Kugel oder was in der Art auf die Spitze zu setzen um die Fläche zu vergrößern?


Um das Fuhlen mit dem Metall so minimal wie möglich zu Beeinträchtigen, ist eine Kugel eher hingerlich. Mit 12 mm Materialruchmesser ist das schon recht ordentlich. Klar, je dünner umso riskanter, je dicker umso schwerer.

Davinel hat geschrieben:... in welcher Geschwindigkeit setzt ihr die ein?

Wir trainieren mit "normaler" Bewegungsgeschwindigkeit. Sind also noch weit von einer Geschwindigkeit entfernt, in der Freikampf stattfindet. Wir machen eher Techniktraining damit, da wir hier auch ohne großartigen Körperschutz agieren.

Wie immer gilt hier bei uns, wir sorgen einander dafür, dass weder mir selbst noch dem Trainingspartner etwas passiert.
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Re: Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Beitragvon Richard Cole » Montag 5. Mai 2014, 06:53

Eine Kugel vorne dran ändert nicht viel - jetzt sind die Scheibendolche zylindrisch mit einer Kreisfläche am Ort, meine laufen kegelförmig zu.

Beim Scheibendolch gilt - wie bei allen Waffen, dem Gegner keine Trefferfläche zu geben und falls eine vorhanden ist, ihm diese zu entziehen.

Die sieben Grundstücke Meyers - die man auch ohne System bei Talhoffer findet, also die vier Grundversatzungen und die die Fürnehmsten, stellen eine systematische Lösung dar und lassen für einen Ersttreffer keinen Platz. Im Fechtbuch werden alle Stücke im Band entschieden - so fechten wir es auch und man kommt am Scheibendolch nicht vorbei.

Deswegen sind Stahlübungswaffen so wichtig, weil man eben das Band nur sinnreich mit Stahlwaffen üben kann.

Den Twerdolchen, das grundsätzliche Stück, kann man mit Holz nur sehr eingeschränkt fechten.

Ich habe mir von S. Roth eine ganze Serie Scheibendolche aus Holz machen lassen - diese haben ich dann noch mit Stahlketten gewichtet. Die Stahlübungsscheibendolche sind wesentlich besser.

Mann kann alle Stücke auch mit modernen Messern und Dolchen fechten (es heißt ja kurzes Messer zum Kampf, also Messer in kurzer Fechtweise) - dafür ist Stahl eben wichtig, sonst arbeiten die Stücke nicht richtig.

Fechtergruß
„Es gibt stets zwei Endpunkte, zwei Gegensätze. Die Kampfkunst ist die Fertigkeit, welche in ihre Mitte fällt.“
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Re: Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Beitragvon Davinel » Montag 5. Mai 2014, 14:48

Richard Cole hat geschrieben:Eine Kugel vorne dran ändert nicht viel - jetzt sind die Scheibendolche zylindrisch mit einer Kreisfläche am Ort, meine laufen kegelförmig zu.

Na doch, größere Trefferfläche am Ort. Je nach Kugelgröße eben. :)

Deswegen sind Stahlübungswaffen so wichtig, weil man eben das Band nur sinnreich mit Stahlwaffen üben kann.
Den Twerdolchen, das grundsätzliche Stück, kann man mit Holz nur sehr eingeschränkt fechten.

Ich nehme an wenn du hier von Band redest, schließt du den Kontakt von Dolch und Gegnerhand in deine Definition mit ein?

Mann kann alle Stücke auch mit modernen Messern und Dolchen fechten (es heißt ja kurzes Messer zum Kampf, also Messer in kurzer Fechtweise) - dafür ist Stahl eben wichtig, sonst arbeiten die Stücke nicht richtig.

Ich find die Stelle grad nicht, aber war nicht die Schere/Kreuzblock (Eigener Dolch über Gegnerhandgelenk, zweite Hand greift eigenen Dolch ebenfalls von unten aber über Kreuz) im Meyer?
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Re: Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Beitragvon OliverJ » Montag 5. Mai 2014, 15:47

Davinel hat geschrieben:Ich find die Stelle grad nicht, aber war nicht die Schere/Kreuzblock (Eigener Dolch über Gegnerhandgelenk, zweite Hand greift eigenen Dolch ebenfalls von unten aber über Kreuz) im Meyer?

Die Schere gibts fast überall, seltsamerweise aber nicht bei Meyer.

Wenns freier und etwas schneller wird, trainieren wir nur noch mit Holz. Meyers Grundversatzungen ziehlen ja teilweise mit der Dolchklinge auf den Unterarm oder das Handgelenk.
Das dumme ist, dass ein Vierkantstahl eine andere Auswirkung auf einen ungeschützten Arm hat als Rundholz, auf der anderen Seite aber Kantstahl gegen Unterramschiene auch nicht den gewünschten Effekt hat. Verdammte Kompromisse.
Stahl gibt den ganzen Techniken schon eine ganz andere Qualität.
Glücklicherweise trainiert man mit Holzrunddolchen sehr quellennah.
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Re: Trainigs Scheibendolch selbst gemacht

Beitragvon Richard Cole » Freitag 9. Mai 2014, 13:24

Die Schere (Schär) findet man oft bei Talhoffer.

Meyer führt ein anderes Konzept und benutzt die Kreuzhut - das ist dasselbe Konzept, dass er auch im Rapier mit Dolch benutzt. Dieses Konzept hat drei Glieder.

Das erste Glied des Konzepts ist, dass eine Hand des Körpers immer versetzt, die andere immer kontert, also feste Rollen. Beim Rapier mit Dolch ist dies das Versetzen mit dem Dolchen und Kontern mit dem Rapier. Beim Scheibendolch sind es die drei Fürnehmsten (Versatzungen mit der linken Hand, konntern mit dem Scheibendolch).

Das zweite Glied ist, dass beide Hände ohne feste Rolle versetzen oder kontern. Beim Rapier und Dolch können also beide Waffen versetzen, die andere greift dann an. Beim Scheibendolch sind es die vier Grundversatzungen mit den Scheibendolch, 2 innen und 2 außen.

Das dritte Glied ist mit beiden Händen zugleich zu versetzen und eine Hand für den Konter zu lösen. Dies beschreibt Meyers als dem Deutschen als am eingänglichsten, weil seiner natürlichen Fechtweise am nächsten (eine recht erstaunliche Einsicht, heute). Bein Rapier und Dolch wird also mit beiden Waffen versetzt, einer für den Konter gelöst. Beim Scheibendolch ist es die Kreuzhut mit ihren Stücken.

Talhoffers gesamte Scheibendolch lehre ist zu 100% eine Teilmenge des Scheibendolches bei Meyer. So ist auch Talhoffer Schere eine Teilmenge der Kreuzhut. Genauer, man kann Talhoffers Scheibendolch ohne die Kenntnis von Meyer kaum nachvollziehen - mit Meyer ist es überaus einfach.

Fechtergruß

Der Twerdolch arbeitet immer gegen die Elle des Gegners und ist ohne Stahl eher mies zu fechten. Mit Holzdolchen verliert die Waffe zumeist ihre psychologische Wirkung und es hagelt Doppeltreffer.
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