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Rapier "Urs Velunt" von Haller

Armoury and Staffroom - Dieses Forum dient zum Informationsaustausch über Übungsgeräte, Simulatoren und Literatur. In einem Unterforum kannst du den Flohmarkt besuchen. Im Lehrerzimmer werden Unterrichtsmethoden diskutiert.

Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon HJZ » Sonntag 15. September 2013, 19:05

Hallo,

hier ein neues Rapier von Haller. Ich habe hier nun eines aus der ersten Serie. Richard hat es heute begutachtet und für gut befunden. Nach seiner Meinung ist es ein Hieb-Rapier.
Somit stelle ich es hier mal rein.
Hier die Daten des Herstellers:

Rapier mit Scheide
Klinge handgeschmiedet aus Kohlenstoffstahl, Parierstange aus Stahl.
Griffstück aus Holz, Scheide aus Leder mit Metallbeschlägen.
Klingenlänge 94 cm
Gesamtlänge 115 cm
Gewicht 1550 g

Augefalle ist, dass es anstelle der genannten 1550g, 1750g auf laut meiner Küchenwaage wiegt.
Die Spitze müsste noch stark abgerundet werden.

Angeboten wird es u.A. bei Schwerter-shop.eu für rund 150 EUR.
http://www.schwerter-shop.eu/Einhandschwert/Schwert_Rapier-mit-Scheide-_A285311.html

Wer Interesse hat, kann es gerne über mich zum Kampfpreis von 115,-- EUR beziehen, Vorkasse ist mir am liebsten.

Hier das Katalogbild, ist leider nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte.
Dateianhänge
Zwischenablage-1.jpg
Rapier Katalogfoto
Das Leben ist ein Spiel mit 100%tig tödlichem Ausgang.
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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon Richard Cole » Montag 16. September 2013, 15:14

Jo, technisch ein Haudegen-Palasch.

Der Stahl ist ausreichend gut, die Masse recht hoch, was das Ding aber haltbar macht.

Das Korbgefäß ist solide Verarbeitet, geschweißt und vernickelt, denke ich.

Für den Preis unschlagbar, wenn man Fabris oder Meyer fechten möchte.

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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon OliverJ » Montag 16. September 2013, 16:07

Richard Cole hat geschrieben:Jo, technisch ein Haudegen-Palasch.

Der Stahl ist ausreichend gut, die Masse recht hoch, was das Ding aber haltbar macht.

Das Korbgefäß ist solide Verarbeitet, geschweißt und vernickelt, denke ich.

Für den Preis unschlagbar, wenn man Fabris oder Meyer fechten möchte.

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Für Meyer und Fabris würde ich allerdings nicht das gleiche Rapier nutzen.
Das passt nur bedingt.

und ganz ehrlich Haudegen-Palasch, jetzt wirfst du aber mal alles in einen Topf.
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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon JanPSV » Montag 16. September 2013, 21:28

Meyer und Fabris würde ich nun auch so gar nicht zusammenwerfen...
Und 1750 g für eine einhändige Waffe, genauer ein Rapier, klingen schon echt ziiiemlich viel. Naja, hab es nicht in der Hand gehabt. Aber da muss es schon verdammt ausgewogen sein, damit es gut läuft. Trotz würde ich bei dem Gewicht zumindest ein deutlich längeres Rapier erwarten. Wer war das noch mit den besonders langen Rapieren? Cappo ferro oder Giganti glaub ich...
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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon Richard Cole » Montag 23. September 2013, 19:36

Fabris Rapiere liegen um 1500-1700gr - eher mehr. Sie haben technisch die Masse eines LS.

Nicht zu verwechseln mit Capos Rapieren mit Blattlänge gleich Schrittlänge.

Fabris schreibt auch, dass man gegen Harnischträger Haue ausführen muss - mit seinen Rapieren, natürlich.

Auch schreibt er, dass er sich Bewusst ist, dass seine Huten für Hand und Schulter sehr belastend sind - aber diese natürlich gestärkt werden müssen. Wären Fabris Rapiere Leichtspielzeuge, dann wäre diese Bemerkung unnötig gewesen.

Ein Pallasch ist ein Haudegen - beides sind Reiterblankwaffen - nicht Spielzeuge. Beide haben dieselbe Anwendung. Beide sind gegen Harnischträger (nicht aber gotische Harnische!) verwandt worden.

Heute ist man 400gr Sportgeräte gewohnt - das ist eben der Segen der Neuzeit.

JM kommt aus dem Stahlstreifen und Dussak und ahmt italienische Lehren nach.

Fabris ist Italiener und fechtet LS nach Liechtenauer am Rapier.

Fabris ist Hochtechnologie, Meyer eher Dengeln - dennoch kann man beide sehr gut vergleichen, da sie eigentlich dasselbe, Liechtenauer, unter verschiedenen Gesichtspunkten fechten.

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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon OliverJ » Dienstag 24. September 2013, 14:16

Richard Cole hat geschrieben:Fabris Rapiere liegen um 1500-1700gr - eher mehr. Sie haben technisch die Masse eines LS.

hast du für dich festgemacht, kann mich nicht entsinnen, dass Fabris da was zu schreibt.
Zeitlich überschneiden sich Fabris und Maeyer ja auch eine Weile.
Und da räume ich meine vorschnelle Bemerkung ein, zeigen sowohl die Abbildungen bei Meyer als auch im "deutschen" Fabris Rappiere mit unterschiedlichen Dimensionen.
1700g wären für mich schon "Ausreißer", im Mittel 1500g hätte mir wahrscheinlich nicht so aufgestoßen ;-)

Richard Cole hat geschrieben:Auch schreibt er, dass er sich Bewusst ist, dass seine Huten für Hand und Schulter sehr belastend sind - aber diese natürlich gestärkt werden müssen. Wären Fabris Rapiere Leichtspielzeuge, dann wäre diese Bemerkung unnötig gewesen.
Ein Pallasch ist ein Haudegen - beides sind Reiterblankwaffen - nicht Spielzeuge. Beide haben dieselbe Anwendung. Beide sind gegen Harnischträger (nicht aber gotische Harnische!) verwandt worden.
Heute ist man 400gr Sportgeräte gewohnt - das ist eben der Segen der Neuzeit.

oder Fluch der Neuzeit (wobei das wohl eher Regellückennutzung ist ;) )
Fabris Stellung ist sicherlich auch schon unter 1,5kg anstrengend. Und wenn du sie schon ins Spiel bringst, nein Haudegen, Palasch, Säbel und co. sind auch keine Spielzeuge, da gebe ich dir Recht, wiegen im Schnitt aber auch nur um die 1000g (und Fabris mit diesen zu fechten wäre sicherlich auch kein Zuckerschlecken)

Richard Cole hat geschrieben:JM kommt aus dem Stahlstreifen und Dussak und ahmt italienische Lehren nach.
Fabris ist Italiener und fechtet LS nach Liechtenauer am Rapier.
Fabris ist Hochtechnologie, Meyer eher Dengeln - dennoch kann man beide sehr gut vergleichen, da sie eigentlich dasselbe, Liechtenauer, unter verschiedenen Gesichtspunkten fechten.

Ich würde eher sagen Meyer versucht "italienisches" Schwert mit Lichenauer zu übersetzen und zu verbinden.
Dass Meyer jetzt nur Dengelt würde ich nicht sagen (vielleicht liegts aber mehr an meinem Verständnis vom "dengeln") Es ist eben nicht so spezialisiert und eher massentauglicher.
Allerdings schön geschrieben " Lichtenauer unter verschiedenen Gesichtspunkten fechten"
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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon Richard Cole » Dienstag 24. September 2013, 14:32

Die Massen von Rapieren habe ich aus Leonies Buch zu Fabris.

Schaut man sich Originale an, dann sieht man lange, schwere Blankaffen für Hieb- und Stich - denke an Fabris's Kommentar zum Harnischfechten - nur weil sein Buch dem Ehrenhändel für Edelleute beschreibt heißt das nicht, dass Fabris nicht die Realitäten des Blankwaffenkampfs kannte. Deswegen geht er sogar zum Ringen, was die Bandbreite seiner Lehre betrifft.

Als Schnitt würde ich 1200-1500gr angeben, mit 1700gr als Obergrenze, 900gr als Untergrenze - alles Massen von vermessenen Originalen.

Rapier ist eben kein Hofdegen - aber Rapier zu fechten ist meiner Meinung nach heute völlig verkannt, weil eben Dengeln angesagt ist. Was heute im Degen/Florett usw gefochten wird ist Dengeln - Parade - Riposte, dasselbe was auf MA Märkten gefochten wird, nur eben mit leichteren Spielzeuge.

Man darf nicht vergessen, das es mit reinen Stichwaffen (im Ehrenhändel) kein Vor gibt, also das Modell der Fünf Wörter stark beschnitten ist - das ändert Fabris aber in deinem fortgeschrittenem Fechten ohne Innhalten in den späteren Büchern. Dort ist der Hau in Band, 100% Liechtenauer, Standard.

Der körperlich stärkere Fechter ist mit einer schweren Waffe leichteren Waffen im Rapier klar überlegen - letztlich ist auch der Stoß Impuls. Wer also ein 1700gr Rapier fechten kann sollte dies tun, wenn seine Physis es zulässt - dazu sind ein paar HF davor zielführend, oder Bänder und Sehnen streiken.

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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon OliverJ » Dienstag 24. September 2013, 14:55

Richard Cole hat geschrieben:Die Massen von Rapieren habe ich aus Leonies Buch zu Fabris.
Als Schnitt würde ich 1200-1500gr angeben, mit 1700gr als Obergrenze, 900gr als Untergrenze - alles Massen von vermessenen Originalen.

Das klingt aufeinmal ganz anders :)

Richard Cole hat geschrieben:Rapier ist eben kein Hofdegen - aber Rapier zu fechten ist meiner Meinung nach heute völlig verkannt, weil eben Dengeln angesagt ist. Was heute im Degen/Florett usw gefochten wird ist Dengeln - Parade - Riposte, dasselbe was auf MA Märkten gefochten wird, nur eben mit leichteren Spielzeuge.

"Parade-Riposte" beginnt aber deutlich früher und muss nicht verwerflich sein, die alten Fechtmeister (Degen/Säbel) geben dafür gute Gründe."P-R" ist dem Treffervorrecht geschuldet, dem übrigens der Degen nicht unterliegt. Ich habe bis heute einige Eigenheiten kennengelernt, die einem Vorteile im Sportgefecht geben in einem scharfen Duell allerdings fatal wären.
Gegen einen Degenfechter kann man sowohl Hofdegen als auch Rappier versuchen, da muss man nur an wenig Regeln vorbei ;-)

Richard Cole hat geschrieben:Der körperlich stärkere Fechter ist mit einer schweren Waffe leichteren Waffen im Rapier klar überlegen - letztlich ist auch der Stoß Impuls. Wer also ein 1700gr Rapier fechten kann sollte dies tun, wenn seine Physis es zulässt - dazu sind ein paar HF davor zielführend, oder Bänder und Sehnen streiken.

Das gilt (auf ein paar Grenzen) eingeschränkt, aber dann sicherlich nicht nur im Rappier
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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon Richard Cole » Dienstag 24. September 2013, 20:37

Jo - wenige Fechter beschäftigen sich mit dem Rapier - dabei ist eine extrem faszinierende Waffe, für mich jedenfalls.

1500gr ist aber für Ungeübte schon eine arge Belastung - Fabris schreibt, dass man stundenlang den Kram üben sollte - muss.

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Re: Rapier "Urs Velunt" von Haller

Beitragvon OliverJ » Dienstag 24. September 2013, 22:53

Richard Cole hat geschrieben:1500gr ist aber für Ungeübte schon eine arge Belastung - Fabris schreibt, dass man stundenlang den Kram üben sollte - muss.

bestreitet ja auch keiner, im Gegenteil ich finde dass das ganze mit 1000g schon schlimm genug ist ;)
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